Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Diagnostik des Pulses: In bezug auf die localen Veränderungen desselben
Person:
Mosso, Angelo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8285/20/
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Erster Theil. 
gründlichsten experimented, bezeugen können) es sofort zu bemerken im 
Stande war, wenn, inmitten der vollständigsten Geistesruhe, in Folge einer 
ohne bekannte Ursache sich ihrer Aufmerksamkeit aufwerfenden Ideen¬ 
association, ihre Himthätigkeit unwillkührlich wach wurde. 
Auf Grund der zahlreichen Versuche, die ich über diesen Gegenstand 
ausgeführt, glaube ich die allgemeine Regel aufstellen zu dürfen: dass 
die bei dem Uebergange von der tiefen Ruhe zur Himthätigkeit 
zu Stande kommende Erregung stets von einer Aenderung des 
Pulses begleitet wird. Dieses Gesetz schliesst keineswegs die That- 
sache (die ich ebenfalls sehr häufig zu bestätigen Gelegenheit hatte) aus, 
dass bei einer fortgesetzten und angestrengten Geistesbeschäftigung keine 
Aenderung des Pulses wahrgenommen wird. — Das ereignet sich besonders 
bei Denen, die sich zum ersten Male, und gar in* Gegenwart vieler Zu¬ 
schauer, dem Versuche unterwerfen, oder sich besonders für das Gelingen 
desselben interessiren; überhaupt immer, wenn vor dem Beginne der gei¬ 
stigen Beschäftigung nicht Zeit genug zur Herstellung der vollkommenen 
Geistesruhe geboten wird. 
Solche Fälle bilden keine. Ausnahme, sondern eine Regel, die dahin 
lautet, dass wenn unsere Aufmerksamkeit durch irgend Etwas lebhaft be¬ 
ansprucht ist, der Uebergang zu einer anderen Geistesbeschäftigung weniger 
deutlich oder ganz und gar unbemerklich wird. — Es liegt dies einfach 
daran, dass in solchen Fällen alle jene Aenderungen im Zustande der 
Gefässe, im Rythmus und in der Energie der Herzcontractionen, die wir 
als Begleiter der Himthätigkeit kennen’ gelernt, bereits erfolgt sind und 
bestehen. 
Aenderungen der Pnlsform während des Schlafes. 
Die äusserste Wichtigkeit der Ruhe für das Studium der Beziehungen 
zwischen Blutkreislauf, Gemüthsbewegungen und unbewussten Wahrneh¬ 
mungen bewährt sich am deutlichsten während des Schlafes, wo jeder unsere 
Sinne treffende Reiz eine tiefe Aenderung im Pulse auch dann noch her¬ 
vorbringt, wenn die dadurch erzeugte Empfindung zu schwach ist, um den 
Schlaf zu unterbrechen und eine Spur im Gedächtnisse zu hinterlassen. 
Da die meisten der hier folgenden Versuche im Sommer und viele am 
Nachmittage angestellt worden, so hatte ich oft Gelegenheit, die Umwand¬ 
lungen zu beobachten, welche die Schläfrigkeit kennzeichnen, so wie die 
Reaction, welche im Pulse erfolgt, wenn wir, nach Benebelung des Bewusst¬ 
seins durch den Schlaf, aus demselben geweckt werden oder von selbst 
erwachen. — Für die Aenderungen, die der Puls während des* Schlafes 
erfährt, führe ich nur ein einziges Beispiel an, weil ich diesen Gegenstand
        

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