Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858
Person:
Arnold, Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8052/24/
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welche an die Caniile angeschraubt wird und die den elastischen 
Schlauch trägt, in den die Galle ablliesst, eine Aenderung an. Um 
nämlich zu ermitteln, ob die Annahme von Koelliker und II. Müller *), 
dass wegen des luftdichten Verschlusses bei dem von mir angewen¬ 
deten Apparate dem Ausfluss der Galle ein Hinderniss entgegen¬ 
stehe und desswegen eine geringere Gallenmenge ausgeschieden 
werde, begründet ist, versah ich die Schraubenmutter mit einer 
Vorrichtung, bei der die Luft mit Leichtigkeit aus dem Schlauch 
entweichen, die Galle aber nicht ausfliessen kann, ausser wenn er 
ganz gefüllt ist oder ein starker Druck auf ihn stattfindet. Diesen 
Zweck suchte ich dadurch zu erreichen, dass ich an der Schrauben¬ 
mutter, um die der Schlauch befestigt wird, im Umfange der Oeffnung, 
durch welche die Galle abfliesst, mehrere conische Kanälchen mit einer 
inneren weiten und einer äusseren capillaren Oeffnung anbrachte. 
Die Luft entweicht, wenn man den Schlauch mit einer Flüssigkeit 
lüllt, durch diese Kanälchen mit Leichtigkeit, und es tritt, selbst 
nach einer mässigen Füllung des Schlauchs mit einer Flüssigkeit, 
bei einer Wendung oder einem schwachen Drucke kein Tropfen 
derselben durch die Röhrchen heraus, wenn diese die geeignete 
Form haben. Wiederholte Anwendung dieser Vomchtung bei einem 
Hunde mit einer Gallenblasenfistel hat mich von der Zweckmässig¬ 
keit derselben überzeugt, zugleich aber auch, wie ich später zeigen 
werde, den Beweis geliefert, dass die Annahme von Koelliker und 
Müller, der von mir angevvendete Apparat setze wegen seines fast 
luftdichten Verschlusses dem Ausfluss der Galle ein Hinderniss und 
bedinge dadurch die kleinere Gallenmenge, die von mir erhalten 
wurde, durchaus unbegründet ist; denn die Ergebnisse, die ich hier¬ 
mit gewann, entsprechen vollkommen meinen früheren. Ob Galle 
daneben ausfliesst, kann man ja so leicht erkennen, dass es wohl 
Niemanden beikommen wird, anzunehmen, der Abfluss der Galle 
sei nicht beachtet worden. 
*) a. a. O. S. 463.
        

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