Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858
Person:
Arnold, Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8052/138/
fiber die Athmungsgrösse machte, zum Tlicil in dem hiesigen La¬ 
boratorium vorgenommen wurden und weil ich mich veranlasst 
sehe, einige Auflassungen, die meine Auseinandersetzung über diesen 
Gegenstand erfahren hat, zu berichtigen. 
Die Athmungsgrösse nimmt, wie ich aus den Beobachtungen 
von Hutchinson, Simon, Fabius und mir nachwies, bei männlichen 
Individuen mit der Körperhöhe nicht in einem arithmetischen Ver¬ 
hältnisse zu, wenn man nur einzelne Beobachtungen an gesunden 
Personen von verschiedener Höhe berücksichtigt. Hält man sich 
aber an das Mittel einer grossen Zahl von Beobachtungen, so ge¬ 
winnt man ein Progressionsverhältniss, das sehr nahe einer arith¬ 
metischen Steigung von 150 Ccm. für je 2/2 Ctm. Höhezunahme 
zu liegen kommt, so dass die vitale Capacität für einen Mann von 
155 Ctm. Höhe im Mittel 2700 Ccm., die für 170 Ctm. Höhe 3600 Ccm. 
und für 180 Ctm. Höhe 4200 Ccm. betragen würde. Da man aber 
bei einer und derselben Höhe oft beträchtliche Unterschiede in der 
vitalen Capacität gesunder Personen trifft, so kann die Körperhöhe 
weder das einzige noch das hauptsächlichste Moment zur Bestimmung 
der physiologischen Athmungsgrösse eines Individuums abgeben. 
Die Behauptung von Hutchinson, dass die vitale Capacität in einem 
arithmetischen Vei’hältnisse mit der Körperhöhe zunehme und dass 
man durch dieses Verhältniss in den Stand gesetzt sei, Menschen 
von verschiedener Höhe und verschiedenem Gesundheitszustände 
zu vergleichen, ist somit nicht begründet. 
Im Verhältniss zur Rumpfhöhe nimmt die Athmungsgrösse nicht 
regelmässiger zu als im Verhältniss zur Körperhöhe, sondern es 
ist im Gegentheil die Steigung der vitalen Capacität im Verhältniss 
zur Rumpfhöhe weniger regelmässig und es sind die Extreme in 
dem Athmungsvermögen bei gleicher Rumpfhöhe noch beträchtlicher 
als bei der Körperhöhe. Aus den Beobachtungen', welche Fabius 
mittheilte, habe ich nachgewiesen, dass dessen Annahme, es sei 
von grösserem Werthe die Höhe des Rumpfs als die des ganzen 
Körpers zu messen und es lasse sich erstere als ein Factor ver- 
werthen, als unrichtig verworfen werden muss.
        

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