Volltext: Zur Psychologie des Schreibens: Mit besonderer Rücksicht auf individuelle Verschiedenheiten der Handschriften

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dann zum mindesten in einer im höchsten Grade wahrschein¬ 
lichen Art in jene Elemente — d. h. ursprünglichen Richtungen 
•der Bewegungen der Federspitze — zerlegen, wenn sie ge¬ 
schrieben und nicht mit einem Pinsel gemalt sind. 
Vor allem kommt es dabei an auf die Ecken, d. h. die 
Winkel, welche zwei Richtungen miteinander bilden. 
Um zunächst den einfachen Fall zu betrachten, wo nur 
zwei unmittelbar ohne Übergänge aufeinanderfolgende Richtungen 
vor liegen, so ergiebt sich leicht, dafs dabei nur 56 Zeichen, und 
mit dem richtungslosen Punkt 57, mit den acht ursprünglichen 
Richtungen 65, herauskommen. 
Da aber die 12 Kombinationen, deren Komponenten beide 
durch ungerade Zahlen ausgedrückt werden, nicht, wie die gerad¬ 
zahligen, eindeutig sind, sondern wegen der variablen Winkel- 
gröfse und der Lage der Schenkel des Winkels zu einander drei¬ 
fach, so kommen noch zweimal 12, also 24 Zeichen dazu, was 
89 ergiebt. 
Diese 89 elementaren Schriftzeichen aller Schriftsprachen 
habe ich in folgender Tafel zusammengestellt, und zwar der 
Übersichtlichkeit wegen in 37 Feldern. 
Obenan steht der richtungslose Punkt. Es folgen zeilenweise 
von links nach rechts fortschreitend: 
Zeile 1 : Die 8 ursprünglichen Richtungen ohne Kombinationen : 
1 — or; 2 = r; 3 ==ur; 4 = u\ 5 = ul; 6 — 1-, 7 = ol; 
8 = o. 
Zeile 2: or—ur einen rechten, einen spitzen, einen stumpfen 
Winkel bildend (letztere punktiert) und ol—ul desgl. ; 
u—r und u—l; ur—or und ul—öl wie im ersten Felde; 
0— r und o—l. 
Zeile 3: ur—ul und ul—ur wie im ersten Felde der Zeile 2; 
1— o und r—ö; or—öl und ol—or wie im ersten Felde; 
r—u und l—u. 
Zeile 4: ul— r und ur—l; u—or und u—öl; r—ul und l—ur; 
o—ul und o—ur: nur spitze Winkel. 
Zeile 5: l—or und r—ol; ul—o und ur—o; or—l und ol—r; 
or—u und ol—u: nur spitze Winkel. 
Zeile 6: ul—or, und' ur—ol mit der zweiten Richtung unterhalb 
der ersten; dieselben spitzen Winkel mit 'der zweiten 
Richtung oberhalb der ersten; or—ul und öl—ur; dann 
Prey er, Psychol, d. Schreibens. a
	        
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