Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Psychologie des Schreibens: Mit besonderer Rücksicht auf individuelle Verschiedenheiten der Handschriften
Person:
Preyer, William T.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit7744/23/
14 
das Offenlassen der normalerweise geschlossenen 
kleinen Buchstaben, besonders 0, a, g, g, aber auch d, b zu 
erwähnen und der Gegensatz dazu: das Schliefsen der normaler¬ 
weise offenen, wie des Bogens im deutschen u, welcher manchmal 
einen vollständigen Bing bildet, des kleinen v und w und des u. 
Werden m und n umgekehrt geschrieben, so dafs der über der 
Zeile stehende, normalerweise geschlossene Teil auf dieselbe zu 
stehen kommt (S. 8), so bleibt die Schrift lesbar trotz der 
Gleicbbeit des u und n. Hier handelt es sich aber um das 
Gegenteil, eine stärkere Wölbung des Bogens im n und m 
(Arkadenschrift), welche gleichsam den Verschlufs oben fester 
macht. Diese Gegensätze sind psychologisch zu beachten. 
Die geschriebenen Buchstaben liefern noch viele individuelle 
Eigentümlichkeiten, welche sich deshalb psychologisch zur Ver¬ 
gleichung besonders eignen, weil nicht allein ihre Frequenz durch 
einfache Zählungen leicht festgestellt werden kann, sondern auch 
der Grad ihrer Ausbildung der Messung mit dem Mikrometer 
keine nennenswerten Schwierigkeiten bietet. 
Zunächst die absolute Gröfse der Buchstaben und Inter¬ 
punktionszeichen. Hier kommt es auf die Höbe und Breite an, 
nicht die Dicke der aufgetragenen Dintenschicht oder (beim 
Schreiben mit Graphit) die Tiefe der Eindrücke. Die Höhe wird 
bei allen Kurzbuchstaben, wie im Druck, durch die zur Basis 
senkrechte Linie, welche bis zum höchsten Punkte geht, bestimmt 
und kann einerseits weniger als ein halbes Millimeter betragen, 
andererseits beim Schreiben auf eine Wandtafél 12 Centimeter 
übersteigen. Eine der feinsten Handschriften meiner Sammlung 
ist die folgende : 
*'*• 
,£-*•**■ 
^ ^ y? . 
'fer-**”* JU t T'-Urr, 
--OuH ■*. ^ 
während gröfsere Buchstaben als diese in Privatbriefen nur selten 
Vorkommen :
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.