Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erster Theil: Physiologie des Gesichtssinns, Erster Theil: Dioptrik. Nebenapparate des Auges
Person:
Fick, Adolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit7707/98/
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Fick, Physiol. Optik I. 5. Cap. Die Akkommodation des Auges. 
vom 3. Hirnventrikel zu haben. Reizt man nämlich den vorderen 
Abschnitt dieses Theils, so erfolgt Accommodation. Reizung etwas 
weiter hinten hat Verengerung der Pupille zur Folge. Geschieht die Rei¬ 
zung noch weiter hinten, wo der 3. Ventrikel in die Sylvische Wasser¬ 
leitung übergeht, so zieht sich der rectus intenrus zusammen. Geht 
man mit dem Reize noch weiter nach hinten, so folgen der Reihe 
nach Contraktionen des rectus superior levator palpebrae, rectus in¬ 
ferior und endlich obliquus inferior. Dem sphincter pupillae sollen 
nach der Ansicht einiger Forscher1 auch noch motorische Fasern in 
der Bahn des I. trigemini zugeführt werden. 
Der dilatator pupillae erhält, wie schon seit langer Zeit bekannt 
ist, seine Innervation auf ganz anderen Bahnen nämlich durch Sym- 
pathicuszweige aus dem Halsmarke, welche sich den Aesten der 
Carotis anschliessen. Nach Hensen und Volkers sollen die pupillen¬ 
erweiternden Fasern des Sympathicus nicht alle das ganglion cili¬ 
are durchsetzen, da nach Abtragung desselben Reizung des Sym¬ 
pathicus am Halse immer noch Erweiterung der Pupille hervor¬ 
bringe. 
Im Laufe des normalen Lebens wird, wie von Alters her be¬ 
kannt, der Pupillenverengerer nicht bloss bei der Accommodation 
mit Convergenz der Augenaxen erregt, sondern auch reflektorisch 
durch jeden stärkeren Lichtreiz der die Netzhaut trifft. Die Zweck¬ 
mässigkeit dieses Reflexmechanismus ist ersichtlich, denn es schützt 
sich auf diese Weise die Netzhaut so viel als möglich vor allzu starker 
Reizung, indem das Netzhautbild bei gleicher Helligkeit des Objektes 
um so dunkler ist je enger die Pupille. Die Pupillenverengerung 
ist um so bedeutender je grösser die gesammte ins Auge fallende 
Lichtmenge ist, wächst also sowohl mit der Helligkeit des Objektes 
als mit der Grösse seines Netzhautbildes. Ferner wirjit Licht, das 
die Polargegend der Netzhaut beleuchtet, stärker pupillenverengend 
als solches, das auf die Seitentheile fällt, Lichtreiz, der nur auf eine 
Netzhaut wirkt, bringt Pupillenverengerung in beiden Augen hervor 
und zwar in gleichem Maasse. 
Wird der oculomotorius und der sympathicus gleichzeitig künst¬ 
lich (elektrisch) gereizt, so überwiegt in der Iris die Wirkung des 
ersteren, indem Pupillenverengerung eintritt. Gegen natürliche reflek¬ 
torische Reizung des Oculomotorius durch starke Belichtung der Netz¬ 
haut kann aber künstliche starke Reizung des Sympathicus aufkom- 
men und eine Erweiterung der Pupille hervorbringen. Starke directe 
1 Gräfe, Arch. f. Ophthalmologie II. 2. Abth. S. 302.
        

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