Volltext: Erster Theil: Physiologie des Gesichtssinns, Erster Theil: Dioptrik. Nebenapparate des Auges (3)

Lage und Gestalt der Trennungsflächen. 
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fläche durch einen Zwischenraum getrennt, so müsste von der Iris 
ein Schlagschatten auf die Linse fallen, der bei schrägem Einblick 
als eine dunkle Zone zwischen dem Pupillarrande und dem beleuch¬ 
teten Theile der Linse sichtbar werden müsste, da dies nie der Fall 
ist, so besteht ein solcher Zwischenraum nicht. Der Linsenscheitel 
liegt also in der Pupillarebene sofern man von der Vorwölbung der 
konvexen Linsenfläche in die Pupille hinein absieht. Es wäre also 
zu dem Vorgesetzten Zwecke genügend, die Entfernung der Pupillar¬ 
ebene vom Hornhautscheitel zu bestimmen, was folgendermaassen 
geschehen kann. Ist für das zu untersuchende Auge die Krümmung 
der Hornhaut und die Lage ihrer grossen Axe zur Gesichtslinie nach 
den früher beschriebenen Methoden bekannt, so kann man einerseits 
genau den Ort angeben, wo das Spiegelbild eines bestimmten leuch¬ 
tenden Punktes liegt. Ferner kann man dann auch noch, wenn für 
den Brechungsindex der wässrigen Feuchtigkeit ein bestimmter Werth 
angenommen wird, die Beziehung herstellen zwischen der wirklichen 
Entfernung der Pupillarebene von der vorderen Hornhautfläche und 
der Entfernung des (virtuellen) Bildes derselben, das entsteht durch 
die Brechung der von den Punkten des Pupillarrandes ausgegange¬ 
nen Strahlenbündel an der vorderen Hornhautfläche bei ihrem Aus¬ 
tritt in die Luft. Wir können dieses Bild die scheinbare Pupille 
nennen, sofern es das ist, was man als Pupille eines fremden Auges 
wirklich sieht. 
Blickt man nun in ein Auge durch den Ophthalmometer und 
sucht eine Stellung so, dass die Doppelbilder des Hornhautreflexes 
von einem bekannten leuchtenden Punkt mit je einem Doppelbilde 
der Enden des wagrechten Durchmessers der scheinbaren Pupille zu¬ 
sammenfallen, so muss offenbar die auf das Hornhautspiegelbild ge¬ 
richtete Axe des Ophthalmometers durch den Mittelpunkt der schein¬ 
baren Pupille gehen. Sucht man nun zwei verschiedene solche 
Stellungen des Ophthalmometers in derselben horizontalen Meridian¬ 
ebene des Auges, so hat man zwei Richtungen, die sich nothwendig 
im Mittelpunkte der scheinbaren Pupille schneiden. Da auf jeder 
dieser Richtungen ein im Auge gelegener Punkt, nämlich der Ort 
des betreffenden Hornhautspiegelbildchens bekannt ist, so kann auch 
der Durchschnitt bestimmt werden. Ist dieser, d. h. also der Mittel¬ 
punkt der scheinbaren Pupille gefunden, so kann dann auch der 
Mittelpunkt der wirklichen Pupille bestimmt werden. 
Die Ergebnisse der Messungen von Helmholtz an denselben 3 
Augen, auf welche sich die obigen Messungen S. 48 beziehen, sind 
in nachstehender kleinen Tabelle verzeichnet.
	        
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