Volltext: Erster Theil: Physiologie des Gesichtssinns, Erster Theil: Dioptrik. Nebenapparate des Auges (3)

Die Brechungsindices der durchsichtigen Augenmedien. 
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ches Material liât aber in neuerer Zeit Krause herbeigeschafft, indem 
er an 20 Leichenaugen Messungen angestellt hat. Sie beziehen sich 
sämmtlich auf Strahlen von derjenigen Wellenlänge, welcher die 
hellste Stelle des Sonnenspektrums entspricht. Diese liegt zwischen 
den FRAUENHOFER’schen Linien D und E und zwar von D aus ge¬ 
rechnet etwa am Ende des ersten Drittels oder Viertels der Entfer¬ 
nung zwischen I) und E. Krause setzt für diese Strahlenart den 
Brechungsindex des Wassers nach den älteren klassischen Messungen 
= 1,33424 wodurch die Stelle des Spektrums genau bestimmt ist. 
Diesen Bedingungen entsprechend ergab sich der Brechungsindex 
der Hornhautsubstanz im Mittel = 1,3507 der grösste Werth war 
1,3569 der kleinste 1,3431, was auf eine ziemliche Breite der indivi¬ 
duellen Schwankungen schliessen lässt. 
Der Brechungsindex der wässrigen Feuchtigkeit war im Mittel 
= 1,3420-der grösste Werth = 1,3557 der kleinste = 1,3349. Der 
Brechungsindex des Glaskörpers beträgt im Mittel 1,3485, der grösste 
gefundene Werth war = 1,3569 der kleinste = 1,3361. Helmholtz 
fand den Brechungsindex der wässrigen Feuchtigkeit und des Glas¬ 
körpers kleiner als Krause ihn im Mittel fand nämlich = 1,3365 
und = 1,3382. Ebenso fanden auch neuerdings Fleischer 1 und 
Hirschberg1 2 3 für diese Grössen Werthe, welche sich besser den von 
Helmholtz gefundenen als den KRAUSE’schen Mittelzahlen anschliessen. 
Auch Aubert 3 und Matthiessen kamen zu ähnlichen Ergebnissen. 
Eine besondere Betrachtung erfordern die Brechungsindices der 
Linse. Diese ist nämlich keineswegs ein optisch homogener Körper. 
Im Gegentheil hat der Brechungsindex jeder Linsenschicht einen an¬ 
dern Werth und zwar nimmt dieser Werth von der Oberfläche nach 
dem Kern stetig und regelmässig zu. Natürlich kann man nicht daran 
denken, diese Brechungsindices alle zu bestimmen. Krause, der wie 
gesagt die ersten zahlreichen Bestimmungen der Brechungsindices 
gemacht hat, beschränkte sich daher darauf, aus jeder untersuchten 
Linse 3 Proben zu nehmen, eine von einer möglichst oberflächlichen 
Schicht, die zweite aus einer mittleren Schicht und die dritte aus 
dem innersten Kern. Die Schlussergebnisse dieser Untersuchung der 
Linsensubstanz sind in der nachstehenden Tabelle übersichtlich zu¬ 
sammengestellt. 
1 S. Fleischer, Neue Bestimmungen der Brechungsexponenten der durchsich¬ 
tigen flüssigen Medien des Auges. Inauguralabhdlg. Jena 1872. 
2 Herschberg, Ophthalmologische Studien. Arch. f. Augen- u. Ohrenheilkunde 
IY. Sep.-Abdr. Wiesbaden 1874. 
3 Albert’s Darstellung der physiologischen Optik in dem Handbuch der ge- 
sammten Augenheilkunde, herausgeg. v. Graefe& Saemisch. II. S. 409. Leipzig 1876.
	        
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