Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erster Theil: Physiologie des Gesichtssinns, Erster Theil: Dioptrik. Nebenapparate des Auges
Person:
Fick, Adolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit7707/26/
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Fick, Physiol. Optik I. 2. Cap. Anatomische Voraussetzungen. 
ZWEITES CAPITEL. 
Anatomische Voraussetzungen. 
I. Die Hüllen des Augapfels. 
Wie aus der Anatomie bekannt, ist im Augenhintergrund eine 
Nervenausbreitung der Netzhaut zu finden, von welcher später ge¬ 
zeigt werden wird, dass sie den in der Einleitung gestellten Bedin¬ 
gungen entspricht. Vor ihr liegen 4 durchsichtige Medien, nämlich 
zunächst die sogenannte Glasfeuchtigkeit oder der Glaskörper, die 
Linse, die wässrige Feuchtigkeit und endlich die Hornhaut, welche 
im Augenlidspalt zu Tage tretend, den Lichtstrahlen aus der Luft 
den Eintritt gestattet, so dass dieselben durch sie, die wässrige Feuch¬ 
tigkeit, die Linse und den Glaskörper zur Netzhaut Vordringen kön¬ 
nen, indem sie beim Uebergang von einem Medium zum andern im 
Allgemeinen eine Brechung erleiden. 
Die durchsichtigen Körper des Auges sind umschlossen von drei 
grösstentheils einander unmittelbar anliegenden Hüllen. Die äusserste 
Hülle ist die harte Haut des Auges tunica sclerotica, von welcher 
die schon erwähnte durchsichtige Hornhaut selbst den vordersten Ab¬ 
schnitt bildet. Die Sclerotica ist aus weissem ziemlich undurchsich¬ 
tigem Sehnengewebe gebildet und durchschnittlich etwa 0,5 mm. dick. 
Sie geht in die Hornhaut stetig über, deren Struktur jedoch von der 
ihrigen wesentlich abweicht, wie aus der Histiologie bekannt ist. Die 
äussere Oberfläche der Sclerotica ist annähernd eine Kugeloberfläche, 
doch ist die Abweichung schon mit dem Augenmaasse bemerkbar. 
Hinten, der Hornhaut gegenüber, ist nämlich die Sclerotica etwas 
abgeplattet, so dass die grössten Durchmesser von etwa 23—26 mm. 
in die Aequatorialebene fallen. Es sei hier ein für allemal bemerkt, 
dass wir zur Orientirung am Augapfel die geographische Bezeich¬ 
nungsweise anwenden wollen. Diejenige Gerade, welche vom Horn¬ 
hautscheitel zu dem von ihm am weitesten abstehenden Punkte der 
Oberfläche geht, und um welche die Theile des Auges sehr annähernd 
symmetrisch liegen, heisse die „Axe des Auges“, ihre Enden die 
„Pole“. Jede durch die Axe gelegte Ebene heisse eine „Meri¬ 
dianebene“ des Auges, und die im Mittelpunkt der Axe zu ihr 
senkrechte Ebene die „Aequatorialebene“. 
Die Hornhautfläche bildet geometrisch nicht die stetige Fort-
        

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