Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erster Theil: Physiologie des Gesichtssinns, Erster Theil: Dioptrik. Nebenapparate des Auges
Person:
Fick, Adolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit7707/107/
Verschiedene Vereinigungsweite in verschieden Meridianen. 
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fläche man wie die Tabelle vor sich hätte. Die beiden folgenden 
Spalten enthalten Grössen, welche erst im Folgenden zu behan¬ 
deln sind. 
Geht man die 12 Krümmungshalbmesser derselben Hornhaut der 
Reihe nach durch, so sieht man den Werth allmählich zu- und wieder 
abnehmen und im allgemeinen liegen die Meridiane des maximalen 
und minimalen Werthes um 90° auseinander, wie der oben angezogene 
Satz erfordert. Es fehlt übrigens nicht an kleinen Abweichungen von 
der Regelmässigkeit des Wachsens und Abnehmens, wie das bei so 
schwierigen Messungen kaum anders zu erwarten ist. 
Fällt auf eine brechende Fläche von solcher Beschaffenheit ein 
Strahlenbündel von kleiner Basis, so kann natürlich eine punktuelle 
Vereinigung des gebrochenen Bündels nicht stattfinden, selbst wenn 
das Bündel nahezu normal auffällt, d. h. selbst wenn alle Strahlen 
des Bündels, nur sehr kleine Winkel mit den entsprechenden Einfalls- 
lothen bilden. Deun nennen wir ri den grössten und ?*2 den klein¬ 
sten Krümmungshalbmesser am Scheitel der Fläche, sowie n den 
Brechungsindex und denken wir uns das Bündel von einem in der 
Entfernung p gelegenen Punkte ausgegangen, so werden die Strah¬ 
len des Bündels, welche auf den Meridian schwächster Krümmung 
fallen, in einer Entfernung 
np. n 
p{n — 1 ) — n 
vereinigt werden, so als ob sie auf eine Kugelfläche mit dem Radius n 
gefallen wären, und die Strahlen, welche auf den Meridian stärkster 
Krümmung treffen, vereinigen sich in einem Abstande 
np r-2 
p (n— 1) — 
der offenbar kleiner ist als jener. Es lässt sich nun zeigen, dass 
die übrigen Strahlen des Bündels in der letzteren Entfernung sänimt- 
lich durch ein kleine begrenzte Gerade hindurchgehen, die im Ver¬ 
einigungspunkte der stärkstgebrochenen Strahlen auf dem mittleren 
Strahle senkrecht steht und in der Ebene des Meridianes schwächster 
Krümmung liegt; und dass in der Vereinigungsweite der schwächst 
gebrochenen Strahlen die sämmtlichen übrigen Strahlen durch die 
Punkte einer kleinen begrenzten Geraden gehen, welche im Ver¬ 
einigungspunkte der schwächst gebrochenen Strahlen auf dem mitt¬ 
leren Strahle senkrecht steht und in der Ebene des Meridianes stärkster 
Krümmung liegt. Die Begrenzung der erstgedachten Vereinigungslinie 
sämmtlicher Strahlen des Bündels — oder der „vorderen Brenn¬ 
linie“ — wird gebildet durch die beiden äussersten Strahlen des
        

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