Bauhaus-Universität Weimar

der elektrischen Organe von G. electricus. Histologisches. 
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Metamorphose des Restes der Bündel Platten hergestellt werden und eine 
fachartige Anordnung entsteht, deren Dimensionen mit den entsprechen¬ 
den Theilen des Gymnotus verglichen keineswegs einer anderen Reihe 
angehören. 
Hr. Babuchin1 lebt gleichfalls der festen TJeberzeugung, dass die Ver¬ 
hältnisse hei den verschiedenen elektrischen Pisclien unter einander ähn¬ 
lich sind, und die oben citirte Abhandlung des Autors giebt dafür auch 
an einer Stelle, wo es nicht ausdrücklich bemerkt worden ist, einen 
Beweis, wie er kaum treffender gedacht werden kann. 
Es ist nämlich daselbst auf Taf. XII als Eig. 20 ein Fach in pola- 
risirtem Licht dargestellt, welches in dem Verzeichniss der Figuren als 
„Querschnitt von einem sehr jungen aber schon ganz ausgebildeten Ele¬ 
mente“ bezeichnet ist. Nach dem Text muss man annehmen, dass das 
zu Grunde liegende Präparat von dem „Rochen“ herstammt (ohne specielle 
systematische Benennung), und doch lässt sich behaupten, dass dieselbe 
Figur nahezu ebenso gut den Querschnitt eines elektrischen Gymnotus- 
elementes repräsentire, an welchem einige weniger wichtige Details fort- 
gelassen wurden. 
Wir finden in der angeführten Figur eine fibrilläre Fachscheide¬ 
wand (im polarisirten Licht gelb auf röthlichem, empfindlichem Grunde); 
einen von Fasernetzen (Nervenverzweigungen?) durchsetzten Raum, der 
dem „spazio sottocellulare“ Pacini’s (s. oben S. 36) entsprechen würde; 
die elektrische Platte (mit blauen, doppeltbrechenden, maeandrischen 
Linien); einfachbrechende, nach der anderen Seite in ein „spazio sopra¬ 
cellulare“ hineinragende kernhaltige Papillen und endlich ein Schleim¬ 
gewebe mit Sternzellen, welches diesen Raum erfüllt. 
Dieses sind aber im grossen Ganzen dieselben Theile, welche das 
Fach des Gymnotusorgans zusammensetzen. Eine principielle Abweichung 
würde darin bestehen, dass die elektrische Platte des Elementes des 
Rochen (metasarkoblastisclies Glied Babuchin’s) noch doppeltbrechende 
Substanz erkennen lässt, diejenige des Gymnotus nicht. 
Hierauf ist zu erwidern, dass gerade bei den thierischen Geweben 
die Doppelbrechung bekanntlich grossen Schwankungen unterworfen ist, 
je nach den Spannungsverhältnissen, also nach der Configuration des 
Elasticitätsellipsoids,2 und dass daher wohl anzunehmen sein dürfte, die 
1 Reichert’s und du Bois-Reymond’s Archiv für Anatomie, Physiologie u. s. w. 
187G. S. 540. 
2 Das Verhalten der verschiedenen Zonen des Netzknorpels der Epiglottis im 
polarisirten Licht ist ein schönes Beispiel über die Abhängigkeit dieser Erscheinung 
von den Spannungsverhältnissen der histologischen Elemente, da sie hier mit der 
Gestalt und Stellung der Knorpelzellen wechselt.
        

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