Bauhaus-Universität Weimar

376 Anhang II. G. Feitsch-. Vergleichend-anatomische Betrachtung 
aus dem dritten Fünftel, deren 5, in Fig. 19, aus dem vierten Fünftel 
desselben Tliieres, bereits 8, in Fig. 20, aus der vorderen Hälfte des letzten 
Fünftels, 10, in Fig. 21, aus der hinteren Hälfte desselben Stückes, 11. 
Vergleicht man damit die in der obigen Tabelle eingetragene Säulen¬ 
zahl des kleinen Organs von einem normalen Gymnotus, der ähnliche 
Zahlen aufweist, wie die von Dr. Sachs als typisch angegebenen, so 
findet man in den successiven Querschnitten der Fünftel (rechterseits 
gezählt): 5, 10, 13, 14. 
Während also das grosse Organ von vorn nach hinten an 
Zahl verliert, gewinnt das kleine Organ gegen den Schwanz 
zu und zwar ist der Gang der Zahlen für das letztere ein einigermaassen 
ähnlicher wie für die Flossenträger selbst, deren sich in den entsprechen¬ 
den Durchschnitten 4, 5, 7 und 8 finden. 
Wenn schon diese Hebereinstimmung für sich allein zu denken giebt, 
so wird die Beziehung beider Organe zu einander noch weiter illustrirt 
durch das Verhalten der zu den Trägern gehörigen Muskeln; denn in 
dem Bereich, wo das kleine Organ voll entwickelt ist, fehlen 
die tiefen Flossenträgermuskeln. 
Wie beim grossen Organ und der Zwischenmuskelschicht die elek¬ 
trischen Säulen nur für einen (den oberen) Theil des Muskels eingefügt 
erscheinen, so sind die tiefen Flossenträgermuskeln auch nur so weit 
gänzlich reducirt, um die obersten Enden der Träger von Muskeln ent- 
blösst zu lassen, während weiter abwärts, wo die Säulen des kleinen 
Organs schnell an Breite verlieren, nach oben zu schmale, nach abwärts 
bald sich zur normalen Breite ausdehnende Flossenträgermuskeln zwischen 
die beiderseitigen kleinen Organe eingeschaltet sind. Unmittelbar 
unter der basalen Fascie und bis zum zweiten oder dritten 
Flo ssenträgerdurchschnitt befindet sich zwischen dem rech¬ 
ten und linken kleinen Organ ausser den knöchernen Trägern 
nur die fibröse Zwischenplatte und etwas Fettgewebe. 
Besonders auffallend werden nun aber die Beziehungen der tiefen 
Flossenträgermuskeln zu dem kleinen Organ bei Betrachtung eines Gym- 
notusexemplars, wie solches in den Figuren der Taf. VII abgebildet 
wurde. Da hier, wie erwähnt, das kleine Organ im letzten Drittel des 
Körpers an Ausdehnung gegen das grosse erheblich zurücktritt, so erhal¬ 
ten wir für die Säulenzahl des ersteren eine von der typischen Tabelle 
abweichende Reihe. 
Im zweiten Fünftel des Körpers beträgt die Zahl der Säulen bereits 
12, es erscheinen dann in der Körpermitte deren 16, im vierten Fünf¬ 
tel nur 6 (gegen 14 des erst erwähnten Gymnotus !) und im letzten 
Fünftel sind überhaupt nur rudimentäre Bildungen unsicherer Zahl zu
        

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