Bauhaus-Universität Weimar

der elektrischen Organe von G. electricus. Rumpfmusculatur. 
369 
Medianebene zur Seitenwand des Leibes nach vorn zu gewendet sind. 
Die äussere Haut erreichend, bilden sie mit dieser einen Winkel von 
durchschnittlich 70°, so dass die Abweichung von der genau queren Rich¬ 
tung aussen 20° beträgt. 
Die Dichtigkeit der Anordnung in diesem Theil des Organs markirt 
sich dadurch, dass die Schnittfläche durch die ungemein eng gestellten 
Platten fein gestreift erscheint; dabei haben die Streifen wegen der im 
Präparat mangelnden Turgescenz der Organe sowie der eingetretenen 
Schrumpfung einen leicht welligen Charakter. 
Ich möchte nach den conservirten Präparaten nicht mit Sicherheit 
entscheiden, ob der Verlauf der Platten beim lebenden Gymnotus ein 
vollkommen gestreckter sei; das vorliegende Stück zeigt jedenfalls eine 
nach vorn sehende leichte Concavität der Platten, sodass ihr Ansatz an 
der äusseren Fascie am stärksten nach dem Kopfende zu gekrümmt ist. 
Die nach vorn sich wendende Convexität der elektrischen Platten in 
senkrechter Richtung ist jedenfalls von dem Grade der Conservirung sehr 
abhängig, indem beim Zusammensinken erweichter Organtheile durch das 
Zusammenschnurren der bindegewebigen Scheidewände die Platten nach 
der Seite ausweichen müssen, wo der geringste Widerstand liegt, also nach 
vorn gegen das Schleimgewebe; daher zeigt auch die nach notorisch 
schlecht conservirtem Material gegebene Darstellung von Max Schultze 
(Fig. 12, S. 35) die Erscheinung am deutlichsten. 
Noch andere interessante Besonderheiten lehrt der in Rede stehende 
Horizontalschnitt: Abgesehen von der beschriebenen feinen Streifung 
durch die parallelen Platten zeigt sich die Fläche auf den ersten Anblick 
leer, ohne Details, von einigen stark ausgeschweiften, gerissenen Rändern 
durchzogen; in der Mittellinie sieht man den Querschnitt der medialen 
Aponeurose zwischen den Organen mit den in gewissen Abständen (wie 
die haemalen Processus spinosi) angeordneten Gefässdurchschnitten, nebst 
den beiden Reihen der Durchschnitte elektrischer Nerven. 
Die genauere Betrachtung lässt ohne Schwierigkeit erkennen, dass 
die gerissenen Bogenlinien, deren Concavität nach hinten gerichtet ist, 
den flach durchschnittenen Organaponeurosen entsprecheil, und die Con¬ 
cavität deutet an, dass die Säulen im Allgemeinen schon so weit vorn 
(2. Fünftel) eine nach hinten fallende Stellung haben. 
Die fibrösen Bündel, welche den Aponeurosen angehören, zeigen ein 
zartes, atlasglänzendes Flechtwerk, dasselbe vertheilt sich aber nicht voll¬ 
kommen gleichmässig über die Fläche, sondern gewinnt stets an Stärke 
und Deutlichkeit gegen die sehnigen Verdickungen der medialen Wand 
in der Nähe der Gefässe. Auf diese Stützpunkte streben die sehnigen 
Aponeurosen besonders zu, und wenn sich auch die Organe mit Gewalt 
Sachs und du Bois-Reymondj Zitteraal. 24
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.