Bauhaus-Universität Weimar

VOKBEMERKUNG. 
Der Stand der Untersuchungen, welche die Katastrophe am Monte 
Cevedale so jählings unterbrach, war hinsichtlich des Centralnervensystems 
des Gymnotus electricus zur Zeit des Todes meines verehrten Freundes 
etwa folgender: 
Dr. Sachs hatte in Calabozo Gehirn und Rückenmark einer grösseren 
Anzahl von Thieren nach derselben Methode, wie ich sie benutzte1, con- 
servirt. Das Material wurde nach seiner Rückkehr alsbald in Angriff 
genommen und zunächst vom Rückenmark mittels des Schiebermikrotom’s 
eine grössere Anzahl von Schnittserien aus verschiedenen Regionen des 
Organs angefertigt, und zwar durchgängig Querschnitte. 
Die Färbung der Präparate geschah durch ammoniakalisches Carmin 
mit geringem Essigsäurezusatz ; eine Färbemethode, welche ich selbst für 
die verwandten Objecte mit Erfolg angewendet hatte und glaubte empfehlen 
zu können. In der That war Dr. Sachs aus nicht näher festgestelltem 
Grunde mit dieser Methode weniger glücklich als ich selbst, und es scheint, 
dass ihn dies veranlasst hat öfters mit der Färbung zu wechseln und die 
zur Verwendung gekommenen Chemikalien in mannigfacher Weise zu 
combiniren. 
Vermuthlicli leitete ihn dabei auch der Gedanke, eine schärfere 
Differenzirung der verschiedenen Kategorien von histologischen Elementen, 
zumal der elektrischen Zeilen gegenüber anderen Ganglien¬ 
zellen zu erzielen. So kamen besonders Anilinfarben vielfach in Ge¬ 
brauch und zwar Anilinblau, Jodviolet und Methylviolet (?), welche er 
meist mit Carminfärbung combinirte. Dabei verfuhr er so, dass die mit 
Carmin mässig stark gefärbten Schnitte gewaschen und dann in wässrige 
blaue oder violette Anilinlösung gebracht wurden, wo sie den neuen 
Farbstoff mit besonderer Energie aufnehmen, ohne dass jedoch eine scharfe 
Differenzirung der Elemente stattfände. 
1 Untersuchungen über den feineren Bau des Fischgehirns. Berlin 1878. Fol. S. 3. 
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