Bauhaus-Universität Weimar

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3. Abschn. § XXXVII. l. Ist der Zitterfisch-Schlag 
er die an kleinen Zitterrochen für die Längeneinheit gefundene Zahl 
unbedenklich auf die Säulen von mittelgrossen, und gelangte so zu 
einem über dreizelinnial grösseren Ergebniss als Hunter. 
Man muss in der That dringend wünschen, dass erneute planmässige 
Untersuchung die so einfache und doch so wichtige Erage nach der 
Plattenzahl in den Säulen grosser und kleiner Zitterrochen recht bald be¬ 
antworte. In den zoologischen Stationen kann dies keine Schwierigkeit 
haben. Vorläufig "bleibt nichts übrig, als unseren Betrachtungen solche 
Zahlen zu Grunde zu legen, dass die daraus gezogenen Schlüsse zu 
Argumenten a fortiori werden. Beim Zitteraal gehen wir gewiss sicher, 
wenn wir auf das Millimeter des engfächerigen Organes zehn Platten, im 
Ganzen aber hintereinander statt 8000 nur 6000 Platten, und somit sechs¬ 
tausendfache Vervielfältigung der Kraft der einzelnen Platten annehmen. 
Dem Zitterrochen wollen wir nach Hrn. Valentin rund 30 Platten auf 
das Millimeter, und von Polfläche zu Polüäche der dann 13-33mm hohen 
Säulen 400 Platten zuschreiben. 
Nebenher sei bemerkt, dass wenn man sich die Platten aller Säulen 
der Organe in einer Elucht denkt und sie Plattenpaaren gleichsetzt, die 
so berechnete Gliederzahl nicht, wie man erwarten könnte, die der glieder¬ 
reichsten künstlichen Säulen übertrifft, wenn auch nur selten so mäch¬ 
tige Batterien zusammengestellt wurden. Schon 1803 experimentirte 
die Pariser Société Galvanique in Alfort mit einer Säule aus 2320 Platten, 
also 1160 Plattenpaaren.1 Die grosse Säule der Royal Institution, welche 
1808 durch eine National-Subscription Humphry Dayy für seine 
Untersuchungen über die Metalle der Alkalien und Erden zur Ver¬ 
fügung gestellt wurde und einen vier Zoll langen Lichtbogen gab, hatte 
2000 Kupferzinkplattenpaare.2 In unserer Zeit erbaute Gassiot eine 
Säule aus 3520 solchen Paaren in Regenwasser.3 Endlich vor Kurzem 
beschrieb Hr. Warren de la Rue mit Hrn. Hugo W. Müller eine 
Chlorsilber-Zink-Batterie von 11000 Paaren,4 welche also auch das 
Zitteraal-Organ an Gliederzahl im obigen Sinne übertrifft. 
Physiologische Versuche wurden meines Wissens an den drei letz¬ 
teren Säulen nicht angestellt. Der Potentialunterschied zwischen den 
Enden mehrerer dieser Säulen überstieg unstreitig den zwischen den 
Polflächen der kräftigsten Zitterfisch-Organe, selbst ohne die bei diesen 
1 Aldini, Essai théorique et expérimental sur le Galvanisme etc. Paris, An XII. 
1804. t. II. p. 246. 
2 Dr. Bence Jones, The Royal Institution : its Founder and its first Professors. 
London 1871. p. 356. 
3 Poggendokff’s Annalen u. s. w. 1845. Bd. LXV. S. 476. 
4 Philosophical Transactions etc. 1878. P. I. p. 55.
        

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