Bauhaus-Universität Weimar

in einem Stück Zitteraal-Organ. 
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tive Polarisation durch den dem Organschlag entgegengesetzten Oeffnungs- 
inductionsschlag.1 
Man konnte hoffen, durch Verkürzung der Zeit zwischen dem Aus¬ 
tauchen von Schneide s und Eintauchen von Schneide a den Schlag des 
Organs abzufangen. Es wurde daher die Bewegung des Pendels durch 
gänzliches Entfernen der Linse beschleunigt. Doch reichte dies nicht 
aus, um eine von der Richtung des Inductionsschlages unabhängige, also 
dem Organschlage zuzuschreibende Wirkung zu erhalten. Dr. Sachs 
verminderte nun also den Zwischenraum der Quecksilberkuppen zuerst 
auf 1 l/2 °, dann auf 1°, endlich auf3/4°. Jetzt zeigte sich die Ablenkung 
ein paar Mal grösser als sonst und schlagartig schnell, und es ist wohl 
anzunehmen, dass in diesen Fällen ein Stück des Schlages abgefangen 
wurde. Indessen ist bei so kleinem Zwischenraum der Kuppen die Un¬ 
sicherheit der Augenblicke des Aus- und Eintauchens zu gross, um eine 
wirkliche Messung zu gestatten. Immerhin glaubt Dr. Sachs mit völliger 
Bestimmtheit aus diesen Versuchen scliliessen zu können, dass der durch 
einen Oeffnungs-Inductionsstrom erzeugte Schlag eines 100111 langen pris¬ 
matischen Stückes vom Zitteraal-Organ noch nicht 1/50 Secunde dauert.2 
Diese Behauptung gründet sich auf folgende, im Tagebuche aufge¬ 
zeichnete Versuchsreihe. Ein vom Nebenschliessdraht des Compensators 
abgezweigter Strom wurde von der Bussole durch drei Nebenleitungen 
abgeblendet. In der ersten befand sich die oben erwähnte Spitze in 
Quecksilber. Die zweite wurde durch das Eintauchen der Schneide s in 
die zugehörige Quecksilberrinne r geschlossen. Nachdem das von 15° 
fallende Pendel diese zweite Nebenleitung hergestellt hatte, öffnete es 
durch den schon oben beschriebenen kleinen Mechanismus die erste 
Nebenleitung. Endlich nach Austauchen von s wurde die dritte Neben- 
leitung durch Eintauchen der Schneide g in ihre Rinne u dauernd ge¬ 
schlossen. So durchfloss der Strom also die Bussole nur während der zu 
bestimmenden Zeit r zwischen Austauchen von s aus r und Eintauchen 
von g in o, und r konnte nach der von Hrn. Helmholtz verbesserten 
PouiLLET’schen Methode aus dem Ausschlage berechnet werden, den 
ein während der Zeit r den Bussolmagnet treffender Stromzweig des 
in der Hauptleitung des Compensators befindlichen Daniells erzeugte. 
Bei Beobachtung dieses Ausschlages stand der KiECHHOEE’sche Läufer 
auf 500, bei Beobachtung der sich auf 165sc belaufenden beständigen 
1 Nur hierauf kann sich die Angabe der Reisebriefe beziehen: „An einem spä¬ 
teren Tage wurde die Polarisation nach Oeffnungsschlägen des Schlitteninductoriums 
„ermittelt.“ A. a. O. S. 80. 
2 Reisebriefe, a. a. 0. S. 83.
        

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