Bauhaus-Universität Weimar

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3. Abschn. § XSVI. 2. Scheinbarer Elektrotonus 
gefasst werden konnten. Wenn sie aber, wie die Sprossen einer Leiter 
zwischen deren Wangen, vom Organ-Stück zur nächsten Elektrode, von die¬ 
ser zur entfernteren übergingen, mussten bei Thon-Elektroden nothwendig, 
bei Platinstreifen wegen der Polarisation und des verschiedenen Wider¬ 
standes auch fast unvermeidlich, Stromschleifen in den Bussolkreis brechen. 
Doch passt zu dieser Auffassung nicht der zeitliche Verlauf der Wirkungen. 
Glücklicherweise hat Dr. Sachs noch einen Versuch angestellt, 
welcher diese Bedenken einigermaassen beschwichtigt. In diesem Ver¬ 
suche wurde an einem Verv-Organ-Präparat, dessen Nerven schon teta- 
nisirt worden waren, der Strom der etwa einem Grove gleichkommenden 
Sternsäule (s. oben S. 139) durch die Nerven geschickt. Der aufsteigende 
Strom gab Vermehrung, der absteigende Verminderung des Organ-Stromes 
im Betrage von 0-006 I), entsprechend 74sc- „Nach Durchschneiden der 
„Nerven „— und Wiederzusammenkleben der Stümpfe —“ erhält man 
„nur noch ganz leichte Spuren in der umgekehrten Richtung; durch In- 
„ductionsströme gar keine Wirkung mehr“. 
Damit scheint bewiesen, dass es in den obigen Wirkungen sich nicht 
um Stromschleifen oder unipolare Ablenkungen handelte. Immer wäre 
zu wünschen, dass Dr. Sachs in jedem einzelnen Palle den Beweis schärfer 
geführt, dass er das Präparat zwischen den Schildern umgelegt, nach der 
Durchschneidung den unteren Nervenstumpf nochmals aufgelegt, die Ner¬ 
ven durch feuchte Päden ersetzt hätte, u. d. m. 
Hr. Eckhard hat an Stücken des Zitterrochen-Organs vergeblich elek- 
trotonische Wirkungen vom Nerven aus hervorzubringen versucht.1 2 Aber 
vielleicht sind sie an den kurzen Säulen des Zitterrochen zu schwach, um 
ohne besondere Hülfsmittel erkannt zu werden. Denn aufs Neue drängt 
sich hier die Bemerkung auf (s. oben S. 174), wie erstaunlich geringe 
elektromotorische Kraft in Dr. Sachs’ Versuchen an dem gefürchteten 
Zitteraal-Organ meist im Spiele war. Die obigen Elektrotonuszuwachse, im 
Betrage von nur etwa 0-003 D, würden in der That kaum einer aus¬ 
giebigen negativen Schwankung des Nervenstromes an einem Proschischia- 
dicus gleichkommen. 
3. Schwere Erregbarkeit der elektrischen Nerven durch 
Schliessung und Oeffnung beständiger Ströme und durch ein¬ 
zelne Inductionsschläge.3 
Wenn es wirklich solchen Elektrotonus des Zitteraal-Organs giebt, wie 
ihn Dr. Sachs beobachtet zu haben glaubt, so ist damit ein neuer Unter- 
1 Beiträge zur Anatomie und Physiologie. Bd. I. Giessen 1858. 4°. S. 164. 165. 
2 Vergl. Beisebriefe a. a. 0. S. 79 (18).
        

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