Bauhaus-Universität Weimar

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Aus den Llanos.“ 
seilen ist unentbehrlich, um einen verschneiten Gletscher zu überschreiten, 
wozu es ja ursprünglich erfunden ist. Dagegen halte ich es für sinn¬ 
los, das Anseilen auf den Fall zu übertragen, wo Reisende sich auf 
einem glatten Abhang bewegen, vollends wenn nicht einmal eine Klippe 
vorspringt, um im Nothfall das Seil festzuschlingen. Der Nutzen, den 
das Anseilen dabei vielleicht dem Einzelnen dadurch bringt, dass es ihm 
eine leichte Stütze gewährt, wird für das Ganze weit überwogen durch 
den Nachtheil, dass nun alle Reisenden derselben Gefahr ausgesetzt sind, 
wie der Ungeschickteste unter ihnen. Hätte der Cevedale-Führer die 
Reisenden einzeln über die gefährliche Stelle fortgebracht, oder das 
zwischen sich und dem Träger ausgespannte Seil den Reisenden als Ge¬ 
länder dargeboten, so wäre kein Unglück geschehen. 
Es ist hier nicht der Ort, diese Fragen ausführlicher zu erörtern, 
welche der ernsten Aufmerksamkeit der Alpenclubs kaum länger entgehen 
dürften. Ich habe darüber mit einem der erfahrensten Bergsteiger, 
meinem Freunde Professor Tyndall, gleich nach dem SACHs’schen Unglück 
Briefe gewechselt, die in den „Times“ abgedruckt sind. Professor Tyndall 
theilt im Allgemeinen die oben von mir ausgesprochenen Ansichten, und 
fürchtet nur, dass bei dem wachsenden Andrang ungeübter Reisenden es 
schwer sein werde, trotz allen Mahnungen, die Wiederkehr ähnlicher Un¬ 
fälle zu verhüten. 
Mit Dr. Sachs’ Tod ist leider die wissenschaftliche Frucht seiner 
Reise grossentheils verloren. Zu dem beabsichtigten Werk über Gymnotus 
fand sich unter seinen Papieren kein Manuscript vor. Glücklicherweise 
hatte er mir von der Reise Briefe geschrieben, welche die wichtigsten 
Ergebnisse seiner Beobachtungen und Versuche enthielten. Ich habe 
diese Briefe damals im ersten Heft des neuen „Archivs für Physiologie“ 
abgedruckt. Durch Vergleichung ihres Inhaltes mit dem von Dr. Sachs 
in Calabozo geführten Tagebuche wird sich seine Arbeit einigermaassen 
hersteilen lassen; immer wird dies spärlicher Ersatz für das bleiben, was 
er selber gegeben hätte. 
Aber nur wer Dr. Sachs näher stand, und sein Werden übersah, 
vermag ganz zu ermessen, welchen Verlust in ihm, neben jenem beson¬ 
deren, die Wissenschaft im Allgemeinen erlitt, wie viel Können, Wissen, 
Streben mit dem zerschellten Gebein in das traurige Grab bei San Nicolo 
gesenkt ward.17 Das Staunen über das, was er so jung vollbracht, wächst, 
wenn man erfährt, dass, ehe er sich zum Studium der Medicin entschloss, 
er das Gymnasium zwei Jahre verlassen hatte, um sich der Musik 
zu widmen, mit deren Unterricht er nach dem frühen Tod seiner 
Eltern eine Zeit lang seinen Unterhalt verdiente. Er beherrschte voll¬ 
ständig die Theorie der Musik, war ein geschickter Geigenspieler, auf
        

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