Bauhaus-Universität Weimar

instrumentale Ausrüstung’. 
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Objectträgern, Deckgläschen und Materialien zum Härten, Einbetten und 
Conserviren von Präparaten. Dass Dr. Sachs für anatomische Zwecke, 
von den gröbsten bis zu den feinsten, gut ausgerüstet war, braucht nicht 
gesagt zu werden; auch an jenen künstlichen Giftzähnen, den PuAVAz’sclien 
Spritzen, fehlte es nicht. 
Der chemische Kasten des Reisenden war zugleich seine Feld¬ 
apotheke und enthielt in zwei Stockwerken gegen hundert grössere und 
kleinere Flaschen mit den nöthigsten Reagentien, Arzeneimitteln und den 
in der Experimentalphysiologie unentbehrlichen Giften; natürlich mit einem 
ansehnlichen Vorrath von Zink- und Kupfersulphat in Krystallen, wie 
auch von Schwefelsäure. Zwei Flaschen waren mit rauchender Salpeter¬ 
säure für die GuovE’sche Säule gefüllt. Trotz allen Vorsichtsmaassregeln 
bewährte sich diese Einrichtung nicht; in der Nachbarschaft fanden sich 
Polster und Wände stark angegriffen, ja zerstört, und bei künftiger Ge¬ 
legenheit wird dieser gefährliche Gast anders gepackt und für sich unter¬ 
gebracht werden müssen, wenn man aus Scheu vor ihm nicht überhaupt 
einer anderen Kette den Vorzug giebt. 
Ein Wasserbad, einige Kolben und Retorten sollten einfachere che¬ 
mische Operationen ermöglichen. Lakmuspapier ist schon oben S. 71 
erwähnt, Liebreich’sehe Täfelchen waren wohl vergessen. 
An Alkohol scheint es in Calabozo nicht gefehlt zu haben, wenn er 
auch keinesweges billig war.1 
§ XIX. Dr. Sachs ermittelt in Calabozo einen Ersatz für 
den stromprüfenden Schenkel unseres Wasserfrosches. 
Bei der Fülle und dem Formenreichthum der Amphibienwelt unter 
den Tropen rechneten wir etwas leichtsinnig darauf, dass sich in Cala¬ 
bozo ein Ersatz für unseren Wasserfrosch finden würde, von welchem ja 
der nordamerikanische Bullfrog (Rana mugiens, auch Catesbyana) ein ver- 
grössertes Abbild darstellt, welches vielleicht noch berufen ist, der Physio¬ 
logie wichtige Dienste zu leisten. Die Laubfrösche der Llanos, nament¬ 
lich Hyla crepitans Wied., mit denen Dr. Sachs es zuerst versuchte, 
erwiesen sich aber als viel zu winzig für den Gebrauch im Froschwecker 
und Froschunterbrecher; und in Ermangelung eines passenden Frosches 
gab Dr. Sachs Auftrag Kröten zu fangen, Tliiere, deren Muskeln und 
Nerven sich bei uns in dem Maasse weniger als die der Frösche zu Reiz¬ 
versuchen eignen, wie ihre kriechenden Bewegungen träger sind als die 
1 Reisebriefe, a. a. 0., S. 90. 
Sachs und du Bois-Reymond, Zitteraal. 
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