Bauhaus-Universität Weimar

des Zitteraal-Schlages. Vorbemerkungen. 
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Nur dann sind solche Nachrichten noch er wähnens werth, wenn daraus 
die besondere Stärke, oder sonstige Eigenthümlichkeiten der Entladung 
erhellen. 
Will man systematisiren, so kann man mit Dr. Sachs zuvörderst 
zwei Arten unterscheiden, den Schlag eines Zitterüsches zu nehmen: 
1. Durch sogenannte Stromschleifen, 2. durch Bildung eines 
Kreises.* 1 
2. (1.) Zitterfisch-Schlag durch Stromschleifen. 
Man berührt isolirt den Fisch mit Einer Hand, unmittelbar oder 
indem man zwischen Hand und Fisch eine leitende Schicht einschaltet 
von einem Widerstande gleicher Ordnung mit dem thierisclier Gewebe: 
Wasser, feuchtes Holz oder Leder, d. m. Dann biegen sich Strom- 
curven in die berührende Hand hinein, und werden mehr oder minder 
erschütternd und schmerzhaft, in Wunden brennend, empfunden. 
Metall als Zwischenschicht, dessen Widerstand gegen den des Wassers 
und thierisclier Gewebe verschwindet, schützt vor Stromschleifen wegen 
des KiRCHHOEF’schen Brechungsgesetzes für den elektrischen Strom, und 
auch durch Polarisation. So hemmt Blattgold oder Stanniol zwischen 
dem primär zuckenden Muskel und dem Nerven des stromprüfenden 
Schenkels die secundäre Zuckung.2 
Die Wirkung bl eil) t bei dieser Art der Ableitung naturgemäss stets 
nur klein. „Ein mässig kräftiger auf Stromschleifen beruhender Schlag 
„durch die Fingerspitze,“ sagt Dr. Sachs, „hat grosse Aehnlichkeit mit 
„kurzer Einwirkung des Schlitteninductoriums bei Anwendung sogenannter 
„Vagus-Elektroden. Man hat die untrügliche Empfindung der Dauer, 
„der oscillirenden Natur des Schlages.“3 
3. (2.) Zitterfisch-Schlag durch Bildung eines Kreises. 
Erst wenn der menschliche Körper in einem wahren Kreise sich be¬ 
findet, durch welchen ein grösserer Theil des Zitterfisch-Schlages geht, ent¬ 
faltet dieser Schlag seine volle Wirkung: um so gewaltiger, je weiter 
auseinandergelegene Punkte des Fisches berührt werden, und je bessere 
Leitung dem Schlag geboten wird. Ein grundsätzlicher Unterschied 
De Solertia Auimalium c. XXVII. p. 186; — Cavendish, Philosophical Transactions. 
1776. vol. LXVI. P. I. p. 215. — Matteucci, Essai etc. p. 45; — Traité etc. p. 145). 
1 Keisebriefe, a. a. O. S. 72. 
2 Untersuchungen über thierische Elektricität. Bd. II. Berlin 1849. S. 15. 
105 fl'.; — Ges. Abh. Bd. IT. S. 380. 
3 Vergi. Reisebriefe, a. a. O. 
Sachs und du Bois-ßeymond, Zitteraal. 
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