Bauhaus-Universität Weimar

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2. Abschn. § XIV. Nahrungsaufnahme 
(Prochilodus brama Yal.) herzurühren schienen. Die Excremente des 
Zitteraales sind nach Gabden nicht dicker als die Federspule eines 
Haushuhns.1 
Eine andere Frage ist, wie man die Zitteraale füttern könne, wenn 
es, beispielsweise auf hoher See, unmöglich ist, ihnen ihre natürliche 
Kost zu schaffen. Die Rathschläge darüber lauten verschieden. Dr. Sachs’ 
Zitteraale verzehrten nie Fleisch oder Brod; das einzige nicht Lebendige, 
was sie gelegentlich frassen, waren todte Fische.2 Daher er seine Fische 
auf der Reise von Bolivar hierher hungern lassen musste (s. den folgenden 
Paragraphen). Dagegen sagt schon der Beantworter von Gronovius’ Frage¬ 
bogen: „Omnigenos dévorât pisces, vermes, intestina animalium, imo et 
panem.“3 Gabden nennt ausser Fischen und Würmern „any animal 
food, if it is cut small, so that they can swallow it.“4 Humboldt, 
welcher Faeaday brieflich Anleitung zum Transportiren und Halten 
der Zitteraale gab, räth ebenfalls, sie ausser mit kleinen Fischen, mit 
gekochtem Fleisch und Brod zu füttern, und warnt nur ausdrücklich 
vor gesalzenem Fleisch.5 Endlich John Samo, der auch solche Anleitung 
verfasste, empfiehlt sogar die Fische mit aufgeweichtem gut gewässertem 
Holländischem Stockfisch zu füttern, der zerzupft in das Wasser ihres 
Behälters zu werfen sei. Auch er warnt gegen Gesalzenes.6 
Mir, oder vielmehr unserem verstorbenen vortrefflichen Wärter Geaff 
gelang es, die Zitterwelse, deren natürliche Kost sichtlich dieselbe ist wie 
die der Zitteraale, mit Streifen Rindfleisch zu füttern, welche nach Farbe, 
Grösse und Gestalt Regenwürmern (Lumbricus terrestris) glichen.7 Frei- 
1 L. c. p. 105. 2 Llanos, S. 280. 
3 Acta Helvetica, physico- etc. medica etc. vol. IV. Basileae 1760. 4°. p. 34. 
4 L. c. p. 109. 
5 Faraday, Experimental Researches etc. L. c. p. 3. § 1753. 
6 Vergl. oben S. 95. Anm. 6; — The Transactions and the Proceedings of 
the London Electrical Society, from 1837 —1840. London 1841. 4°. p. 163. 164. 
189. 197. 
7 Ges. Abb. Bd. II. S. 606. — Neuerlich hat Hr. A. B. Stirling in Edinburgh eine 
sonderbare Gewohnheit eines Zitterwelses beschrieben, welcher im Juli 1864 mit drei 
anderen Fischen aus Westafrika in Prof. Goodsir’s Hände gelangte. Diese Fische waren 
aus Old-Calabar (wohl aus Creek-Town am Old-Calabar-Strome) von dem dortigen Mis¬ 
sionar Hrn. Baillie, nach Schottland geschickt worden, und also gleichen Ursprunges 
mit den von Goodsir mir übergebenen Zitterwelsen (Ges. Abb. Bd. II. S. 604). Bei 
näherer Untersuchung ergab sich, dass der eine Fisch kein Malopterurus war, son¬ 
dern ein nicht elektrischer Siluroïde, Clarias Xenodon. Von den drei Zitterweisen 
starben die beiden grösseren im Herbst oder Winter darauf im botanischen Garten 
von Edinburgh. Der in Rede stehende Fisch dagegen, welcher nur fünf Zoll lang 
war, lebte unter Hrn. Stirling’s Pflege fort, merkwürdigerweise in Einem Behälter 
mit dem Clarias, während sonst die Zitterwelse unverträglich sind (s. oben S. 103).
        

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