Bauhaus-Universität Weimar

Die Logik der Chemie. 
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Stellung der Structur der Verbindungen und ihrer prägnanten Fixi- 
rung der chemischen Processe in bestimmten Operationsformeln eines 
der glänzendsten Erzeugnisse der chemischen Abstraction, aber sicher¬ 
lich auch eines der gewichtigsten Hemmnisse, wenn es sich run die 
Aufhebung der Mängel jener Abstraction handelt. Hat man doch mit 
Hecht darauf aufmerksam gemacht, dass sogar unsere Gewohnheit, auf 
einer ebenen Fläche zu schreiben, augenscheinlich nicht ohne Einfluss 
auf die hypothetische Structur zahlreicher chemischer Verbindungen 
gewesen ist ! So zweifellos aber die Structurformeln in den Köpfen 
der Chemiker unsern zufälligen Vorstellungsgewohnheiten sich fügen 
müssen, so sehr haben wir allen Grund anzunehmen, dass die Mole- 
cüle der wirklichen Verbindungen nach drei und nicht bloß nach 
zwei Dimensionen angeordnet sind. 
Ein zweites sprechendes Zeugniß für die mangelhafte Ausbildung 
der deductiven Methode in der Chemie besteht in der ausgedehnten 
Herrschaft des Analogieschlusses. Schon die elektrochemische 
Hypothese vermochte zahlreiche, namentlich organische Verbindungen 
nur dadurch ihrem allgemeinen Schema einzufügen, dass sie sich der 
Voraussetzung einer äußeren Analogie der Zusammensetzung be¬ 
diente. Die Structurchemie vollends wurde in allen ihren Operationen 
lediglich von Analogieen geleitet. Bestanden doch die fundamen¬ 
talen Voraussetzungen der Typentheorie eigentlich geradezu in der 
Aufforderung, alle zusammengesetzteren Verbindungen nach der Ana¬ 
logie gewisser einfacher, der sogenannten Typen, aufzufassen, und die 
Valenztheorie hat daran zunächst nicht viel geändert. Nun ist zwar 
der Analogieschluss unter Umständen ein unschätzbares logisches 
Hülfsmittel, aber er ist doch die lockerste Form der Deduction. Wo 
er die letztere allein beherrscht, da lässt sich daher mit Sicherheit 
behaupten, dass die Anwendung der deductiven Methode noch in 
ihren Anfängen begriffen sei. Auch hier hat erst der Eintritt in das 
Stadium der thermochemischen Untersuchungen und Theorieen mit 
der Beseitigung der Einseitigkeiten der chemischen Abstraction einen 
gewissen Wandel zu schaffen begonnen. Je mehr aber dadurch die 
vollkommeneren deductiven Methoden sich auszubilden beginnen, um 
so mehr wird die Chemie überhaupt in ihrer Methodik der Physik sich 
nähern, und die Zeit dürfte daher nicht mehr fern liegen, wo sie nicht
        

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