Bauhaus-Universität Weimar

428 Aubert, Innervation der Blutgefässe. 1. Cap. Die Innervation der Arterien. 
vermindert sich die Blutung sowohl, wenn die Nn. erigentes ruhen, als 
auch wenn dieselben eben gereizt worden waren. — Die Frage, ob zu 
einer vollkommenen Erection noch eine Hemmung des Blutausflusses aus 
den Venen hinzukommen müsse, ist hier nicht zu erörtern. 
III. Reflectorische Erregung der Gefässnerven. 
Bei einer sehr grossen Menge der Nerven des Körpers bewirkt 
eine Erregung derselben Veränderung der Gefässfüllung in Körper- 
tkeilen, welche in keinem directen Zusammenhänge mit dem erregten 
Nerven stehen. Die alltägliche Erfahrung lehrt, dass schmerzhafte 
Erregung einer Hautpartie ein Erblassen des Gesichtes bewirkt, und 
ganz ähnliche Beobachtungen lassen sich machen, wenn das centrale 
Ende eines freigelegten und durchschnittenen Nerven gereizt wird. 
Es kann durch die Erregung von centripetalleitenden Nerven aber 
auch eine stärkere Gefässfüllung in mehr oder weniger scharf be¬ 
grenzten Gefässgebieten bewirkt werden. Die nach derartigen Er¬ 
regungen eintretenden Gefässverengerungen oder Gefässerweiterungen 
werden „reflectorische“ genannt, indem man sich vorstellt, dass 
die Erregung des Nerven zu einem Centralorgane geleitet und von 
diesem nach den Gefässnerven hin reflectirt wird, analog den Er¬ 
regungen der motorischen Nerven in Folge einer Erregung oder Rei¬ 
zung sensibler Nerven. Analog den Reflexbewegungen haben wir 
also Gefässreflexe. — Diese Erfahrungen postuliren Centralorgane, in 
welchen die Uebertragung der Erregung von irgend welchen Körper¬ 
nerven auf vasomotorische Nerven stattfindet, und erfordern die An¬ 
nahme, dass die Gefässnerven von den supponirten Centralorganen 
entspringen oder wenigstens in einem bestimmten Zusammenhänge 
mit denselben stehen. Gefässreflexe treten auf nach Erregung sen¬ 
sibler Nerven, nach Erregung von Muskelnerven, nach Erregung von 
Stellen des Gehirns und Rückenmarks, und nach Erregung von sym¬ 
pathischen Nerven: die Gefässreflexe können in einer Verengerung 
oder in einer Erweiterung der Blutgefässe bestehen. 
1. Reflexe vor sensiblen Nerven auf vasomotorische Nerven. 
Die Erregung von Empfindungsnerven an ihrer peripherischen 
Endigung an der Haut oder an Schleimhäuten und die Reizung der 
centralen Stümpfe durchschnittener Empfindungsnerven hat unter ge¬ 
wissen Bedingungen eine Verengerung der Gefässe eines bestimmten 
Bezirkes oder eine Erhöhung des Blutdruckes unabhängig von der 
Herzthätigkeit zur Folge, unter anderen Bedingungen aber eine Er-
        

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