Bauhaus-Universität Weimar

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Aubert. Innervation der Blutgefässe. 
Frosch, Ente u. A., Kaninchen- und Hundeohr, Fledermausflügel, ferner 
Darm, Niere, überhaupt Baucheingeweide. Theils die Intensität der 
diffusen Böthe, theils die Ausdehnung einzelner Arterien oder Venen 
kann hier ohne Gefahr der Täuschung geschätzt werden. 
Eine zweite Methode beruht darauf, dass bei Verengerung der 
kleinen Arterien dem Fliessen des Blutes in dem arteriellen Sy¬ 
steme ein grösserer, bei Erweiterung ein geringerer Widerstand 
gesetzt wird, und dadurch der Druck in dem arteriellen steigt, be¬ 
ziehungsweise sinkt. Bei diesen Bestimmungen am Kymographion 
ist aber immer die Herzthätigkeit, namentlich die Herzfrequenz in 
Anschlag zu bringen. Die Anwendung dieser Methode hat zu der 
Unterscheidung der vasomotorischen Nerven als press or is che und 
depressorische Nerven geführt, indem als pressorische Nerven 
diejenigen bezeichnet werden, deren Reizung eine Erhöhung, als de¬ 
pressorische diejenigen, deren Reizung eine Senkung des Blutdruckes 
zur Folge hat. 
Ihr schliesst sich eine dritte Methode an, welche die Geschwin¬ 
digkeit der Blutströmung bei vermehrtem oder vermindertem Wider¬ 
stande in den Arterien (und Capillaren?) berücksichtigt, indem die 
Menge des in der Zeiteinheit aus einer Vene oder Arterie ausflies- 
senden Blutes oder die Strömungsgeschwindigkeit innerhalb einer Ar¬ 
terie beobachtet wird. 
Die vierte Methode gründet sich darauf, dass die Temperatur 
des Blutes im Innern des Körpers eine höhere ist, als die Tempera¬ 
tur der oberflächlich gelegenen Körpertheile, an welchen eine Wärme¬ 
abgabe von Seiten des Blutes stattfindet und dass, je mehr Blut in 
einer gegebenen Zeit die Körpertheile durchströmt, um so mehr von 
ihm Wärme an diese Körpertheile abgegeben wird. Die sich er¬ 
gebenden Temperaturdifferenzen können daher als Symptom 
der Erweiterung oder Verengerung des Strombettes für -das circu- 
lirende Blut betrachtet werden. Diese Bestimmung kann nur unter 
der Annahme als Ausdruck der Gefässerweiterung oder Verengerung 
gelten, dass eine Temperaturveränderung durch Nerveneinfluss auf 
andere Vorgänge nicht stattfindet, dass es also keine direct tempe¬ 
raturverändernde Nerven giebt, und dass die Temperatur des Blutes 
constant bleibt, beziehungweise die Aenderung derselben in Anschlag 
gebracht wird. 
Nachdem Henle 1 zuerst glatte Muskelfasern in den Gefässhäuten 
nachgewiesen hatte, statuirte er für deren Contraction besondere Ge- 
1 J. Henle, Pathol. Unters. 1840. S. 105 ; Allgemeine Anatomie 1841. S. 525. 690.
        

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