Bauhaus-Universität Weimar

Absorptiometrische Bestimmung des Blutfarbestoffes. 
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c und £ einer bestimmten Substanz einmal ermittelt, so berechnet sich 
nach der obigen Formel der absolute Gehalt für jede Concentration nach 
Bestimmung des ihr zukommenden Exstinctionscoëfficienten am Spectro¬ 
photometer. 
Ist die Absorption der zu untersuchenden Lösung sehr stark, so ver¬ 
dünnt man für die Bestimmung; ist sie sehr schwach, so wendet man 
Vielfache der Dicke = 1 Cm. an. Im ersteren Falle sind die gefun¬ 
denen Exstinctionscoëfficienten mit der Verdünnungszahl zu multipliciren, 
im letzteren Falle durch die Anzahl der Schichten zu dividiren. Man 
wählt zur quantitativen Bestimmung solche Spectralregionen, in welchen 
die Absorption sehr stark ist, weil hier bei geringen Aenderungen im 
Gehalt die Exstinctionscoëfficienten erheblich variiren. Für das Oxyhämo¬ 
globin z. B. den 2. Absorptionsstreifen. 
Handelt es sich nur um die Bestimmung des relativen Gehaltes zweier 
oder mehrerer Lösungen, so ist dieser, wie leicht ersichtlich, schon durch 
die Exstinctionscoëfficienten selbst ausgedrückt. 
Die Constante M wurde von Hüfner* 1 für die Gegend des zwei¬ 
ten Absorptionsstreifen am Oxyhämoglobin aus Hundeblut bestimmt 
und im Mittel aus 14 Versuchen gefunden 
A = 0,001154. 
Später hat Hüfner'2 noch genauer die Constante für Oxyhämo¬ 
globin vom Hund in 2 Spectralregionen bestimmt und dieselbe ge¬ 
funden 
Mo 
M0' 
I) 32 E—D 34 E 
D 63 E— I) 79 E 
0.001477 
0.001110 
Das Oxyhämoglobin enthält nach den Untersuchungen von Hüf¬ 
ner3 in einem Gramm 1,16 Sauerstoff lose gebunden. Wegen des 
weiteren Verhaltens zum Sauerstoff, insbesondere auch in Bezug auf 
die Frage der Ozon übertragenden oder erregenden Wirkung des Hä¬ 
moglobin, muss auf die Lehre von den Blutgasen verwiesen werden. 
5) Lösungen von Sauerstoffhämoglobin wird der lose gebundene 
Sauerstoff, den sie enthalten, im luftleeren Raume allmählich ent¬ 
zogen. Im Blut oder im mit Wasser verdünnten Blut verhält sich 
das Oxyhämoglobin in gleicher Weise. Es giebt den lose gebunde¬ 
nen Sauerstoff auch ab an reducirende Substanzen (verdünntes Schwe¬ 
felammonium, ammoniakalische Lösungen von weinsteinsaurem Eisen- 
^ - 
1 Hüfner, Ztschr. f. physiol. Chemie I. S. 317 n. 386. 1877—1878. 
2 Derselbe, Ebenda III. S. 1. 1879. 
3 Derselbe, Ebenda I. S. 317. 1877 —187S.
        

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