Bauhaus-Universität Weimar

Quecksilbermanometer, Cylinderkymographion von Ludwig. 
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gen benutzt. Es erfüllte aber erst von der Zeit an die wesentlichste 
Bedingung eines guten Messinstrumentes, nämlich die Möglichkeit einer 
genauen Ablesung, als es von Ludwig1 in ein selbstregistrirendes In¬ 
strument umgewandelt wurde. Ludwig’s Instrument hat den Namen Kymo- 
graphion erhalten und die damit in die Physiologie eingeführte graphi¬ 
sche Methode hat zu den wichtigsten Entdeckungen geführt. 
An Ludwig’s Kymographion und seinen Varianten2 können drei Haupt- 
bestandtheile unterschieden werden: das Manometer; die Schreibfläche mit 
der Vorrichtung zu deren Bewegung; das Röhrensystem, welches Mano¬ 
meter und Blutgefäss verbindet. 
Das Quecksilbermanometer war in Ludwig’s ursprünglichem Instru¬ 
ment ein u förmiges Glasrohr, wie bei Poiseuille. Später nahm das In¬ 
strument die Form Fig. 18 an. Die gläsernen Manometerschenkel sind 
aus Gründen der Sauberkeit und Reinigung durch das eiserne Zwischen¬ 
stück b verbunden (Traube3, Cyon4). 
Ein Druck, der auf das Quecksilber in dem einen Schenkel wirkt, 
macht es in dem anderen ebenso viel steigen, als es im ersteren sinkt. 
Der wirkende Druck ist ge¬ 
messen durch die Höhe der 
Quecksilbersäule, welche 
der Niveaudifferenz in bei¬ 
den Schenkeln entspricht, 
h = 2 n 
d. i. die doppelte Grösse, 
um welche das Quecksil¬ 
ber im offenen Schenkel 
steigt. Um den Stand des 
Quecksilbers im letzteren 
sich selbst anschreiben zu 
lassen, brachte Ludwig auf 
die Oberfläche des Queck¬ 
silbers einen Schwimmer 
aus Elfenbein, der das 
durch die Führung heraus¬ 
ragende Stäbchen o Fig. 18 
trägt zur Aufnahme eines 
schreibenden Stiftes oder 
eines Pinsels oder einer Fe¬ 
der bestimmt. 
Der zweite wesentliche Theil des Kymographion ist ein rotirender 
Cylinder, dessen Oberfläche mit berusstem Papier überspannt und der 
durch ein Uhrwerk mit constanter Geschwindigkeit bewegt wird. Fig. 19 
zeigt das Cylinderkymographion von Ludwig in seiner neuen Einrichtung, 
Fig. 19. 
1 Ludwig, Arch. f. Anat. u. Physiol. 1847. S. 242. Taf. X—XIV. 
2 Volkmann, Hämodynamik. S. 148. Leipzig 1850. — Traube, Gesarnm. Beitr. 
zur Pathol u. Physiol. I. S. 235. Berlin 1871. — Burdon-Sanderson, Handbook f. the 
physiol, labor. Plat. LXXXIV. u. XCVI. p. 210 u. 314. London 1873. 
3 Traube â st O 
4 M. u. E. Cyon, Arch. f. Anat. u. Physiol. 1867. S. 389.
        

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