Bauhaus-Universität Weimar

Bioslegung des Herzens, Acupunctur, Cardiographisches Verfahren. 151 
Middeldorpf1). Die angelegte Explorativnadel stellt einen zweiarmigen 
Hebel dar, der seinen Drehpunct in der Brustwand besitzt. Um die Be¬ 
wegungsrichtung des äusseren Hebelarmes, welche jener des inneren ent¬ 
gegengesetzt ist, zu reguliren; um sie deutlich 
sichtbar, oder nicht blos sichtbar, sondern auch 
hörbar zu machen; oder um diese Bewegungen 
sich selbst registriren zu lassen, kann man die 
Explorativnadeln mit geeigneten Vorrichtungen ver¬ 
binden. So können am äusseren Ende der Nadel 
kleine Spiegelchen angebracht werden (Czermak2), 
oder man lässt die Köpfe der Nadeln an leere 
Gläser schlagen (Wagner3), oder nlan verbindet sie 
mit Fühlhebeln, welche an rotirenden Cylindern 
schreiben (Einbrodt4, Brondgeest5 6). 
C) Das cardiographische Verfahren von Chauveau 
. und Marey. 
Ein ebenfalls bei uneröffneter Brusthöhle an¬ 
wendbares Verfahrenc zur Darstellung der zeit¬ 
lichen Verhältnisse der Thätigkeit der einzelnen 
Herzabtheilungen. Es ist nur bei grösseren Thie- 
ren ausführbar und wurde bisher nur beim Pferde 
geübt. Dabei werden die cardiograpliischen Sonden 
Fig. 1 A und B von der Carotis aus in den linken 
Ventrikel und von der Ven. jug. aus in den rech¬ 
ten Ventrikel und rechten Vorhof eingeführt, so 
dass die Ampullen a a a in die betreffenden Herz¬ 
abtheilungen zu liegen kommen. Die Ampullen 
bestehen ans einem mit Kautschukblase überzoge¬ 
nen hohlen olivenförmigen mit Löchern durchbro¬ 
chenen Metallkörper, mit dessen Innerm die Lich¬ 
tung des Katheters communicirt; oder aus durch 
Rippen r r. .. in C Fig. 1 auseinander gehaltenen 
und von Röhrchen it... durchsetzten Metallklötz¬ 
chen k kkk in C Fig. 1, über welche die Kaut¬ 
schukblase aufgebunden wird. Die Katheter für 
das rechte Herz sind wegen der leichteren Einführ¬ 
barkeit in einen vereinigt und nur die Ampullen in eine Entfernung ge¬ 
bracht, dass sie richtig zu liegen kommen; wie dies erreicht wird, ist 
aus C Fig. 1 leicht ersichtlich. 
Jeder der Katheter, die vereinigten aber isolirt leitenden für das 
Fig. 1. 
1 Middeldorpf, Jakresber. d. scbles. Ges. f. vaterl. Cultur. 1851. S. 97. 
2 Czermak, Mitth. aus d. pbysiol. Privatlabor. S. 70. Wien 1864. 
3 Wagner, Neurolog. Unters. S. 217. Göttingen 1854. 
4 Einbrodt, Sitzgsber. d. Wiener Acad. XXXVIII. S. 345. 1859. 
5 Brondgeest, Arcb. f. d. kolländ. Beitr. z. Nat.- u. Heilk. III. S. 430. 1864. 
6 Chauveau et Marey, Gaz.méd. 1861. p.647.; Mém. d. Pacad. d. méd. XXVIH. 
1863. — Marey, Physiol, méd. d. 1. cire. p. 54. Paris 1863; Du mouv. dans les fonct. de 
la vie. Paris 1868 ; La méthode graph, p. 357. Paris 1878.
        

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