Volltext: Erster Theil: Blut und Blutbewegung (4)

Directe Transfusion, Transfusion von clefibrinirtem Blut. 
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nachträgliche Gerinnung des empfangenen Blutes völlig auszuschliessen 
war (Köhler). Auch durch körperchenfreies Serum entstanden solche 
Thromben. Geschlagenes (fermentärmeres) Blut wirkte schwächer. 
Durch diese Thromben erklären sich die von Magendie beobachteten 
Transsudate. Tritt ausgedehnte Thrombosirung der Lungenarterien 
ein, so gehen die Thiere rasch zu Grunde, bei weniger ausgedehnter 
leben sie fort und zeigen hämorrhagische Infarcte im Gebiete der 
thrombosirten Arterien. Die stürmischen Erscheinungen, die nach In¬ 
jection von defibrinirtem Blute nachmal auftreten, beruhen auf einem 
vorübergehenden Stadium der Fibringerinnung, welches wieder in 
Lösung übergehen kann (Köhler). Die in Folge von Injection gallen¬ 
saurer Alkalien oder von durch Frieren und Wiederaufthauen lack¬ 
farbig gemachtem defibrinirten Blutes beobachtete Gerinnung innerhalb 
der Gefässe (Naunyn1, Jakowitzki2, Ranke3), die übrigens nicht 
constant zu beobachten ist (Naunyn4, Jakowitzki5 6, Schiffer0), soll 
auf der rasch innerhalb der Gefässe bewirkten Auflösung weisser 
Blutkörperchen beruhen, die unter Bildung von Fibrinferment und 
Serumglobulin erfolgt, auch nach der Injection von an sich nicht 
fermentreichem lackfarbigen Blute wurde einmal in den darnach ge¬ 
bildeten Thromben ein sehr hoher Fermentgehalt gefunden (Köhler). 
Durch die Thrombenbildung wird das Blut des Empfängers gerin¬ 
nungsunfähiger und kann dieser Umstand auch die nach Transfusion 
von defibrinirtem Blute häufig beobachteten Nachblutungen aus der 
Operationswunde erklären. 
Die Injection von defibrinirtem Blute kann also unter Umständen 
sehr gefährliche Folgen haben (Köhler). 
Blut verschiedener Species desselben Genus wurde ähnlich wie 
das Blut derselben Species zwischen zwei Individuen sowohl bei 
directer als bei indirecter Transfusion oft ohne Nachtheil ausgetauscht, 
so vom Pferde auf den Esel (Milne-Ewards7), vom Hunde auf den 
Fuchs und umgekehrt, vom Hasen auf das Kaninchen (Landois8). 
Austausch von Blut weiter abstehender Thiere wird dagegen in 
grösserer Menge nicht ertragen. Es tritt Hämoglobinurie auf (Pon- 
fick9). Die Thiere gehen zu Grunde. Schon kleine Mengen bewirken 
1 Naunyn, Arch. f. Anat. u. Physiol. 1868. S. 401 ; Arch. f. exper. Pathol. I. S. 1. 
1873. 
2 Jakowitzki a. a. 0. 
3 Banke, Blutverth, u. Thätigkeitswechsel d. Organe. S. 164. Leipzig 1871. 
4 Naunyn, Arch. f. exper. Path. I. S. 1. 1873. 
5 Jakowitzki a. a. 0. 
6 Schifeer, Centralbl. f. cl. med. Wissensch. S. 145. 1872. 
7 Milne-Edwards, Leçons sur la physiol, et Panat. comp. I. p. 326. Paris 1857. 
8 Landois, Beiträge z. Transfusion d. Blutes. S. 20. Leipzig 1878. 
9 Ponfick a. a. 0.
	        
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