Volltext: Erster Theil: Blut und Blutbewegung (4)

Zerfallsproducte, Fibrinogen, Vorkommen. 
Ill 
gene Substanz. Dieser muss als die Muttersubstanz des Fibrins an¬ 
gesehen werden, er erleidet aber die Umwandlung zu Fibrin erst 
durch die Einwirkung anderer Substanzen und giebt, so lange die 
letzteren fehlen, nicht zur Fibrinbildung Veranlassung. Man ist zu 
dieser Erkenntniss erst durch eine lange Reihe von Arbeiten, an 
welchen A. Schmidt1, Hammarsten2 3 und Frédéricq 3 den hervor¬ 
ragendsten Antheil nahmen, gelangt. Die Schwierigkeiten, welche 
sich der Entwicklung dieser Lehre entgegenstellten und die mannig¬ 
fachen Wandlungen, welche die Anschauungen über die Bildung des 
Fibrins durchgemacht haben, sollen erst im folgenden Abschnitte näher 
betrachtet werden. Zunächst wollen wir nur die Eigenschaften des 
vom Serumalbumin und Serumglobulin verschiedenen dritten Eiweiss¬ 
körpers des Blutes und seine Darstellung kennen lernen. Das Fibrinogen 
kommt nicht nur im Blutplasma und anderen nach der Entfernung 
aus ihren natürlichen Behältern freiwillig gerinnenden Flüssigkeiten 
(Lymphe, Chylus) vor, sondern auch in Transsudaten (Hydrocele- 
flüssigkeit, Pericardial-, Peritonealtranssudaten etc.) vor, welche nach 
der Entleerung aus jenen Höhlen nicht freiwillig gerinnen (A. Schmidt4 5). 
Gerade einzelne solcher nicht gerinnender Transsudate (A. Schmidt’s 
fibrinogène Flüssigkeiten) sollen zum Unterschiede von den freiwillig 
gerinnenden Transsudaten (A. Schmidt’s 5 plastischen Flüssigkeiten) 
neben Serumalbumin nur Fibrinogen enthalten, während letztere neben 
Serumalbumin und Fibrinogen auch noch Serumglobulin enthalten. 
Es ist das hervorzuheben, weil die Trennung von Fibrinogen und 
Serumglobulin in dem Falle, wo beide Körper nebeneinander in der¬ 
selben Flüssigkeit sich befinden, vor der freiwilligen Ausscheidung 
des Fibrins aus diesen Flüssigkeiten sehr schwierig ist. Ist die Aus¬ 
scheidung des Fibrins aber einmal erfolgt, dann ist in der Flüssig¬ 
keit, wie das auch beim Blutserum der Fall ist, kein Fibrinogen 
mehr, wohl aber Serumglobulin enthalten. 
Zu trennen sind beide Substanzen, wenn sie in einer Flüssigkeit 
nebeneinander Vorkommen, darum so schwer, weil sie beide durch 
1 A. Schmidt, Arch. f. Anat. u. Physiol. 1861. S. 545 u. 676, 1862. S. 428 u. 533 ; 
Arch. f. d. ges. Physiol. VI. S. 413. 1872, IX. S. 353. 1874, XI. S. 291 u. 515. 1875, XIIL 
S. 93 u. 146. 1876 ; Die Lehre von d. fermentât. Gerinnnngsersch. etc. Dorpat 1876. 
2 Hammarsten, Nova act. Reg. Soc. Upsal. Ser. 3. XI. ; Upsala läkareförenings 
förhandlingar XI. 1876 (nach Maly’s Jahresber. VI. S. 15. 1876); Arch. f. d. ges. 
Physiol. XIV. S. 211. 1877, XVII. S. 413. 1878, XVIII. S. 38. 1878, XIX. S. 563. 1879. 
3 Frédéricq, Arch. deZool. exper. 1877. No. 1 ; Bull, de l’acad. roy.de Belgique 
LXIV. 2. sér. No. 7. 1877 ; Recherch. sur la constit. du plasma sanguin. Gand 1878. 
4 A. Schmidt, Arch. f. Anat. u. Physiol. 1861. S. 545 u. 675. 
5 Derselbe, Die Lehre von d. fermentât. Gerinnungsersch. etc. S. 22. Dorpat 
1876.
	        
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