Volltext: Ueber die Gesetze der Ermüdung: Untersuchungen an Muskeln des Menschen

Angelo Mosso: 
führen, entfernte die 1000s™ und kehrte wie¬ 
der zu 400»™ zurück. Die Contractur er¬ 
scheint augenblicklich, Anfangs schwach, wächst 
successive und bei der elften Contraction erreicht 
sie dasselbe Maximum wie früher; endlich bei 
der zwölften, die man in der Aufzeichnung nicht 
mehr sieht, übersteigt sie das Maximum um 
5mm. Die Curve sinkt dann, ohne aber das ur¬ 
sprüngliche Niveau zu erreichen. 
Ich überzeugte mich auch in andererWeise, 
dass das Gewicht wirklich einen Einfluss habe: 
ich beobachtete in einigen Experimenten, dass 
der Muskel die Differenz der Gewichte schon 
fühlt, wenn man von 200 zu 500»™ schreitet 
und es erscheint nach einigen Contractionen eine 
Contractur, die früher nicht bestand. Wir sahen 
schon, dass die Kraft der Contractur eine der¬ 
artige ist, dass sie 3000»™ halten kann. Ich 
habe nicht versucht die äusserste Grenze des 
Gewichtes zu bestimmen, weil sie je nach den 
Personen variirt. Bei Dr. G ran dis* und Hrn. 
Colla vermochte die Contractur 4000»™ zu 
heben in Folge der stärksten Heizung des N. me- 
dianus oder der Muskeln. 
Das Studium der Contractur hat für die 
Muskelphysiologie eine gewisse Wichtigkeit, weil 
es sich hier um eine Erscheinung von rein 
musculärer Natur handelt. Dies folgt aus der 
durch die Untersuchungen vieler Experimen¬ 
tatoren festgestellten Thatsache, dass die Con¬ 
tractur sich auch am curarisirten Muskel zeigt. 
Aus den Untersuchungen von Tiegel ging 
hervor, dass bei den sehr reizbaren März- 
Fröschen der Muskel nach dem ersten Oeff- 
nungsschlag bei dem Kollenabstande von 10™ 
ausnahmsweise auf der vollen Zuckungshöhe ver¬ 
kürzt blieb, und sich nach dem zweiten noch 
mehr verkürzte.1 
» A. a. O. S. 79.
	        
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