Volltext: Ueber die Gesetze der Ermüdung: Untersuchungen an Muskeln des Menschen

Über die Gesetze eer Ermüdung. 
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Von besonderer Wichtigkeit, ausser der Regelmässigkeit der Erniedri¬ 
gung jeder Reihe von acht Zusammenziehungen, ist noch die Veränderung 
der Elasticität des Muskels. Anfangs bis 2250 hat man eine kleine 
Dehnung des Fingers, und wenn man den Reiz verstärkt, von 2750 an, 
und besonders bei 3250, wo die Zusammenziehungen unregelmässig werden, 
kommt die Contractur zum Vorschein. 
Sowohl bei dieser Curve (Fig. 12), wie hei den folgenden, war die 
Dauer des Reizes grösser, als hei dem Falle der Tabelle S. 103. Bei den 
folgenden Curven functionirte der Inductionsapparat während 40/60 Secunden, 
und setzte während der übrigen Zeitdauer der zwei Secunden aus. Die 
Frequenz der Unterbrechungen des Inductionsstromes im Schlitten-Induc- 
torium war constant 58 bis 60 in der Secunde. Es ist überflüssig zu 
sagen, dass ich von Zeit zu Zeit die Contrôle angewandt habe, den 
schwingenden Hammer durch ein Deprez’sches Signal auf der mit grosser 
Geschwindigkeit rotirenden Trommel zeichnen zu lassen; die Zeit wurde 
hierbei gleichzeitig mit einer Gabel in 1/100 Secunde geschrieben. 
Da die Muskeln des lebenden Organismus gewöhnlich mit sehr ge¬ 
ringen Reizstärken arbeiten, will ich sogleich den Einfluss der Belastung 
auf die Ermüdung zeigen, wenn der Muskel mit untermaximalen Reizen 
erregt wird. 
Auf Fig. 13 bringe ich einen an Dr. Aducco mit 500 grm Belastung 
ausgeführten Versuch. Indem ich am N. medianus mittels einer Strom- 
Fig. 13. 500 P'm. 
stärke 1000 reizte, erhielt ich eine erste Serie von Zusammenziehungen AB, 
welche in gerader Linie nach dem Gesetz von Kronecker abnehmen. Die 
Curven dieses Versuches, mit Ausnahme der Fig. 18, wurden durch die 
Photographie auf die Hälfte reducirt, weil die Contractionen zu hoch waren.
	        
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