Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber ein neues Verfahren zur Beobachtung der Wellenbewegung des Blutes
Person:
Kries, Johannes A. von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit5456/24/
Beobachtung dee Wellenbewegung des Blutes. 
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ausser den oben besprochenen 3 bis 6 noch 10 (15.11. 87) und 11 (21.11.87). 
Alle diese Curven 7 bis 11 beziehen sich auf den Unterarm. Die Curven 
8 und 6, ebenso 7 und 11 zeigen Vor- und Nachmittagspulse von dem¬ 
selben Tage. Man wird bemerken, dass die Curven im Ganzen sehr gleich¬ 
artig erscheinen.1 Ein Unterschied findet hauptsächlich bezüglich der klei¬ 
neren Erhebungen statt. Der der sogen. Elasticitätselevation entsprechende 
Zwischenschlag ist in Fig. 7, 9 und 11, ebenso wie in Fig. 6, ungemein 
deutlich, in anderen dagegen, wie 8 und 10 ist nur eben eine leichte Un¬ 
ebenheit in der absteigenden Linie des Hauptgipfels zu bemerken.2 Die 
kleinen Spitzen des Endstückes sind in Fig. 13 besonders deutlich. Auch 
die Messung der zeitlichen Verhältnisse ergiebt keine beträchtlichen Diffe¬ 
renzen. Der Abstand zwischen Hauptspitze und secundärer Spitze betrug 
für das Tachogramm Fig. 6 0-27 Secunden. Die entsprechenden Werthe 
sind für die Vormittagscurven Figg. 7 bis 9 bezw. 0 • 27 ; 0-26; 0-26; für 
die Nachmittagscurven Fig. 10, 11 bezw. 0-27 und 0-28 Secunden. 
Auch der Zwischenschlag hat, wo er deutlich ausgeprägt ist, ein nahezu 
constantes zeitliches Verhältniss zu dem übrigen Theil der Welle. Wir 
finden seinen Abstand von der Hauptspitze in Fig. 7 =0-12 Secunden, in 
Fig. 11 =0-13 Secunden, in Fig. 9 =0-12 Secunden. 
Aus den gemachten Vergleichungen ist zu folgern, dass die Strompulse 
zwar gewiss durch die Verschiedenheit physiologischer Zustände merklich 
beeinflusst werden, doch aber diese Differenzen meist sehr geringe sind. 
Meine Erfahrungen reichen daher vorläufig nicht aus, um nach dieser 
Richtung bestimmte Regeln aufzustellen. Es wird erst Sache einer eigenen 
Versuchsreihe sein müssen, die Variabilität der Strompulse und ihre Ab¬ 
hängigkeit von verschiedenen Umständen zu eruiren. Ich kann indessen 
schon jetzt erwähnen, dass ein solches Unternehmen auf erhebliche Schwierig¬ 
keiten stösst; einige Vorversuche zeigten mir, dass selbst ein ganz gewal¬ 
tiger willkürlicher Eingriff in den Kreislauf (die Verschliessung beider 
Femoralarterien durch elastische Einwickelung der Oberschenkel) die Strom¬ 
pulse des Unterarmes wenigstens in der Form kaum merklich verändert. 
Auch für den Oberarm scheint die Sache nicht erheblich anders zu liegen. 
Von diesem zeigt Fig. 12 eine Curve aus den Vormittagsstunden (am 
24. III. 87), welche mit Fig. 5 sehr nahe übereinstimmt. 
1 Fig. 11 sieht nur deswegen auf den ersten Blick etwas verschieden aus, weil 
die Flamme im Ganzen höher war; die Form des oberen Bandes, welche eigentlich 
das Tachogramm ist, unterscheidet sich von Fig. 7 kaum merklich. 
2 Man könnte glauben, dass diese Differenzen durch die ungleiche Geschwindig¬ 
keit der Schreibfläche vorgetäuscht wären. Doch ist das zweifellos nicht der Fall. 
Die Geschwindigkeit beträgt vielmehr in Fig. 10 14-64 mm per Secunde, in Fig. 11 nur 
13-8 mm; gleichwohl ist es die letztere Curve, welche den Zwischenschlag deutlich zeigt, 
während er bei der ersteren fehlt.
        

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