Volltext: Ueber die Abhängigkeit der Erregungs-Vorgänge von dem zeitlichen Verlaufe der zur Reizung dienenden Elektricitäts-Bewegungen

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v. Keies: 
Rheonom keine secundären Zuckungen oder Tetanisirungen erhalten zu seien ; 
erst hei sehr stark übermaximalen Reizungen treten dieselben auf. Ich 
kann nach meinen Erfahrungen diese wichtige Differenz der Momentan- 
und der Zeitreizungen hinsichtlich der secundären Wirkungen durchaus 
bestätigen, muss dieselbe aber doch ein wenig anders formuliren. Die 
secundäre Unwirksamkeit der Zeitreize war, wenigstens bei den von mir 
angewandten Steilheiten, keine absolute, sondern nur eine relative im Ver¬ 
gleich zu den Momentanreizen. Nehmen wir als Maass für die Stärke 
eines Momentan- und eines Zeitreizes die Grösse der Zuckung, welche im 
primären Praeparat ausgelöst wird, so zeigt sich, dass gleicher Stärke der 
beiden Reize sehr ungleiche secundäre Wirkung entspricht, andererseits 
dass gleiche secundäre Wirkung erst erzielt wird, wenn der Effect des 
Zeitreizes im primären Praeparat ein stärkerer ist. Ein solches Verhalten 
illustrirt der folgende Versuch; es betrug die Anstiegsdauer 0-037 Secunde; 
die Zuckungen des primären Gastrocnemius wurden aufgeschrieben, die des 
secundären Praeparates nur mit freien Auge beobachtet; der Nerv des¬ 
selben war dem primären Muskel direct aufgelegt und natürlich Sorge ge¬ 
tragen, dass von Versuch zu Versuch keine Verschiebung eintrat. 
Die Tabelle ist ohne Weiteres verständlich. 
Versuch vom 21. Januar 1884. 
Reizungsart. 
Stromstärke. 
ZuckuDg des primären 
Muskels. 
Zuckung des secundären 
Muskels. 
Momentan 
7-0 
15 • 2 mm 
0 
7? 
7-5 
17-1 „ 
deutlich 
Zeitreiz 
45-0 
20-0 „ 
0 
77 
55-0 
22-0 „ 
0 
Momentan 
7-5 
16-0 „ 
0 
8-0 
16-9 „ 
deutlich 
Zeitreiz 
55-0 
22-4 „ 
0 
77 
65-0 
23-8 „ 
0 
Momentan 
8-0 
16-4 „ 
0 
7? 
8-5 
17-0 „ 
deutlich 
Zeitreiz 
75-0 
24-4 „ 
minimal 
Jede Horizontalreihe stellt das Resumé von drei Reizungsversuchen 
dar; für die Zuckungsgrösse des primären Muskels ist hier der Durch¬ 
schnitt der sehr wenig differirenden Einzelwertlie genommen. Die Angabe 
der ersten und dritten Columne treffen für jede einzelne Reizung zu.
	        
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