Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Abhängigkeit der Erregungs-Vorgänge von dem zeitlichen Verlaufe der zur Reizung dienenden Elektricitäts-Bewegungen
Person:
Kries, Johannes A. von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit5363/22/
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v. Keies: 
Momentan- und Zeitschliessung. Die Divisoren waren also = 1, seihst für 
Anstiegsdauern von 0-125 Secunden. Aehnlich scheint sich auch der curari- 
sirte Muskel des Frosches zu verhalten. 
Die Dauer der Erregungswirkungen. 
Wie oben gezeigt wurde, wirkt die einsinnige lineare Stromschwankung 
immer nur ziemlich kurze Zeit auf den Nerven erregend ein. Die Frage 
der Erregungsdauer ist nun aber von einem hervorragenden theoretischen 
Interesse und diese ist es, welche ich zunächst genauer studirt habe. Aus 
den oben mitgetheilten Resultaten ergiebt sich, wie man leicht sieht, nur 
eine obere Grenze für die Zeit, während welcher die Stromschwankung wirk¬ 
sam ist. Denn wir konnten nur aus dem proportionalen Wachsen der 
Intensität mit der Anstiegsdauer folgern, dass die länger dauernden Strom- 
Fig. 5. 
Höhe der Zuckungen bei Stromschwankungen gleicher Steilheit und ungleicher Dauer. 
; 1) 0-125 Sec. q. f 1) 0-100 Sec. 
* ( 2) 0-187 „ 12) 0-150 „ 
Schwankungen in ihrem späteren Theile ganz unwirksam sind. Anderer¬ 
seits findet sich innerhalb engerer Grenzen, dass die länger dauernde 
Stromschwankung einen grösseren Effect gieht, als die kürzere, wenn beide 
von gleicher Steilheit sind. Dies tritt hei mittelstarken Zuckungen hübscher 
hervor, als wenn man die eine minimal und die andere Null macht. Fig. 5 
zeigt z. B. Zuckungen, welche dasselbe Praeparat hei gleicher Steilheit der 
Stromschwankung lieferte, wenn dieselbe einmal 0-125 und 0-187 Sec. 
dauerte (1 und 2 der Figur hei F), das anderemal 0-100 und 0-150 (Fund 
2 der Figur bei G). Oft fand sich aber ein solcher Unterschied seihst hei 
kleineren Anstiegszeiten als den angeführten nicht mehr. Es wäre indessen 
voreilig, wenn man hieraus ohne Weiteres die Dauer, während welcher Er¬ 
regung des Nerven stattfindet, ahnehmen wollte. Yielmehr ist denkbar, 
dass die Erregung erst beginnt, nachdem die Schwankung eine gewisse Zeit 
gedauert hat, und sehr kurze Zeit danach auch schon wieder zu Ende ist. 
Wenn man der Schwankung sehr geringe Steilheit giebt, so ist es sogar 
sehr wahrscheinlich, dass es sich so verhält; ein Theil des Stromanstieges 
ist dann so zu sagen als ein vorbereitender anzusehen; erst von einer ge-
        

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