Volltext: Grundzüge der physiologischen Psychologie, 2. Band, 3.,umgearbeitete Auflage (2)

Vierter Abschnitt. 
Von dem Bewusstsein und dem Verlaufe der 
Vorstellungen. 
Fünfzehntes Capitel. 
Das Bewusstsein. 
1. Bedingungen und Grenzen des Bewusstseins. 
Da das Bewusstsein selbst die Bedingung aller inneren Erfahrung ist, 
so kann aus dieser nicht unmittelbar das Wesen des Bewusstseins erkannt 
werden. Alle Versuche dieser Art führen entweder zu tautologischen Um¬ 
schreibungen oder zu Bestimmungen der im Bewusstsein wahrgenommenen 
Thätigkeiten, welche eben deshalb nicht das Bewusstsein sind, sondern 
dasselbe voraussetzen. Das Bewusstsein ^besteht darin, dass wir über¬ 
haupt Zustände und Vorgänge in uns finden, und dasselbe ist kein von 
diesen innern Vorgängen zu trennender Zustand. Unbewusste Vorgänge 
aber können wir uns nie anders als nach den Eigenschaften vorstellen, 
die sie im Bewusstsein annehmen. Ist es somit unmöglich die Kennzeichen 
anzugeben, durch welche das Bewusstsein von etwaigen unbewussten Zu¬ 
ständen sich unterscheidet, so kann auch eine eigentliche Definition des¬ 
selben nicht gegeben werden. Das einzige vielmehr was möglich bleibt 
ist dies, dass wir uns über die Bedingungen Rechenschaft geben, unter 
denen Bewusstsein vorkommt. Dabei dürfen wir freilich in diesen Be¬ 
dingungen nicht etwa die erzeugenden Ursachen des Bewusstseins sehen, 
sondern zunächst nur begleitende Umstände, unter denen es uns in der 
Erfahrung entgegentritt. Solcher Bedingungen lassen sich nun zwei Reihen 
unterscheiden, von denen die einen der innern, die andern der äußern 
Erfahrung angehören. 
Wundt, Grundzüge. II. 3. Aufl. 15
	        
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