Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundzüge der physiologischen Psychologie, 2. Band, 3.,umgearbeitete Auflage
Person:
Wundt, Wilhelm
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit5138/105/
Bewegungen des Auges. 
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ebene1). Beide Muskeln zeigen eine genaue Symmetrie der Lage und 
darum auch der Wirkung. Die Axe, um welche dieselben für sich das Auge 
drehen würden, steht im Drehpunkt auf der annähernd horizontalen Muskel¬ 
ebene senkrecht. Der äußere dreht um diese Axe den Augapfel nach 
außen, der innere nach innen; dabei behält der durch die Netzhaut gelegte 
horizontale Meridian, den wir, da er noch öfter zur Feststellung der Orien- 
tirung des Auges Verwendung findet, kurz den Netzhauthorizont nen¬ 
nen wollen, seine horizontale Richtung bei. Der obere und untere gerade 
Muskel (r 5, rif Fig. 147), welche zusammen das zweite Muskelpaar bilden, 
liegen ebenfalls fast vollkommen in einer Ebene, also annähernd wieder 
u 
Fig. i 46. Die Muskeln des linken mensch¬ 
lichen Auges, von oben gesehen, rs Rec¬ 
tus superior, re Rectus externus. rit 
Rectus internus, os Obliquus superior. 
t Sehne dieses Muskels, u Knorpelrolle 
an der innern Wand der Augenhöhle, 
um welche die Sehne des Obliquus 
sup. geschlungen ist. 
Fig. 4 47. Die Muskeln des linken mensch¬ 
lichen Auges, von außen gesehen. Ir Heber 
des obern Augenlids (Levator palpebrae supe- 
rioris), den Rectus superior bedeckend. 
rs, re, os wie in der vorigen Fig. rif Rectus 
inferior, oi Obliquus inferior. 
symmetrisch, aber diese Ebene hat eine schräge Lage, indem der Ansatz 
der Muskeln am Augapfel weiter nach außen gelegen ist als ihr Ursprung 
am Rande des Sehnervenlochs (r s Fig. 146). Ihre Drehungsaxe fällt darum 
nicht mit der durch den Drehpunkt gelegten Horizontallinie zusammen, 
sondern weicht von derselben um ungefähr 30° ab (Fig. 148). Demnach 
behält auch der Netzhauthorizont, während der obere Muskel das Auge 
nach oben, der untere nach unten dreht, seine Lage nicht bei, sondern 
er wird gleichzeitig gegen die Horizontalebene gedreht, so dass er mit 
1) Die Ursprungspunkte beider Muskeln liegen übrigens bei vollkommen horizon¬ 
taler Haltung des Kopfes ein wenig höher als die Ansatzpunkte, nach Yolkmann’s 
Messungen um 0,6mm. Daraus folgt, dass die Muskelebene mit ihrem vordem Ende 
etwas unter die Horizontalebene geneigt ist. v
        

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