Volltext: Grundzüge der physiologischen Psychologie, 1. Band, 3.,umgearbeitete Auflage (1)

66 
Formentwicklung der Nervencentren. 
Dieses Höhlengrau des dritten Ventrikels erstreckt sich bis an die Hirn¬ 
basis herab, wo es in den grauen Höcker und Trichter unmittelbar über¬ 
geht. Außerdem aber sind im Innern der Sehhügel mehrere durch Mark¬ 
massen von einander getrennte Ganglienkerne eingestreut (Fig. 37 th). 
Ebensolche sind in zwei kleineren hügelähnlichen Erhabenheiten zu finden, 
die bei den Säugethieren den hinteren Umfang des Sehhügels begrenzen 
und äußerlich mit demselben Zusammenhängen, in dem äußeren und 
inneren Kniehöcker {k' k Fig. 29 S. 59). Mit beiden Kniehöckern ist der 
Ursprung des Sehnerven verwachsen, in den inneren Kniehöcker geht außer¬ 
dem der vordere Vierhügelarm über. Während der vordere und äußere 
Umfang des Sehhtigels sich sanft abgedacht zeigt, ist nach hinten die 
obere von der unteren Fläche desselben durch einen wulstigen Rand ge- 
schieden, den man das Polster (pulvinar) nennt (pu Fig. 28). 
7. Vorderhirn. 
Das Vorderhirn sitzt in den Anfängen seiner Entwickelung dem Zwischen- 
hirn als eine ursprünglich einfache, später , in Folge der Fortsetzung des 
vorderen Deckenrisses auf dasselbe, paarige Blase auf, deren beide Hälften 
am Boden Zusammenhängen. Am vorderen Ende, nahe der Abgangsstelle 
der Riechkolben, wird diese Verbindung stärker, so dass manchmal die 
Längsspalte auch an der oberen Fläche auf eine kurze Strecke durch 
eine commissura interlobularis zum Verschwinden kommt. An der Stelle, 
wo der Deckenriss des Zwischenhirns sich in die Längsspalte der Hemi¬ 
sphären fortsetzt, steht ursprünglich der dritte Ventrikel mit den Aushöh¬ 
lungen der beiden Hemisphärenbläschen in offenem Zusammenhang. Im 
Gehirn der Fische schließt sich diese Oeffnung, ebenso wie die des zweiten 
Nebenbläschens, des Cerebellum, indem die Hemisphären in vollkommen 
solide Gebilde übergehen (g Fig. 18 S. 45). Der dritte Ventrikel setzt sich 
in diesem Fall als unpaarer Spalt zwischen die Hemisphären fort1 . Bei 
den höheren WirbeltLieren dagegen wuchert der Gefäßfortsatz, der in den 
Hohlraum des Zwischenhirns sich einsenkt, aus diesem auch in die beiden 
Hemisphärenbläschen. Indem nun das Zwischenhirn mit Ausnahme der 
als dritter Ventrikel persistirenden Spalte durch Nervenmasse ausgefüllt 
wird, verschließt sich mehr und mehr jene Communicationsöffnung, so dass 
schließlich nur zwei enge Oeffnungen am vordem Ende des dritten Ven- 
trikels übrig bleiben, welche den Eintritt der Gefäße in die beiden Hirn¬ 
kammern gestatten. Dies sind die Mo.vito'schen Oeffnungen (mo Fig. 34), 
1) Seitenventrikel kommen übrigens vor bei den Dipnoern, deren Gehirn in seiner 
Structur dem der Batrachier sich nähert, z. B. bei Lepidosiren. Owen, Anatomy of 
vertebrates, vol. I, p. 282, Fig. 4 86.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.