Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundzüge der physiologischen Psychologie, 1. Band, 3.,umgearbeitete Auflage
Person:
Wundt, Wilhelm
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit5137/76/
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Formentwicklung der Xervencentren. 
Or »ans zukommt: man vermuthet in ihm den centralen Rest eines median 
gelegenen Sehorgans der Urwirbelthiere. Bei den Säugethieren sind die 
Yierhtlgel, wie schon früher bemerkt, vollkommen solide Gebilde gewor¬ 
den. Sie sind durch eine Markplatte verbunden, welche nach hinten un¬ 
mittelbar in das obere Marksegel und nach vorn in die an der Grenze 
zwischen Vier- und Sehhügeln gelegene hintere Commissur übergeht 
(cp Fig. 34). In den lobi optici der niederen Wirbelthiere ist die Aus¬ 
füllung keine vollständige, sondern sie enthalten eine mehr oder weniger 
geräumige Höhle, die mit der Sylvischen Wasserleitung communicirt, und 
auf deren Boden sich jederseits eine durch Gangliengrau gebildete Iler- 
vorragung befindet (torus semicircularis Halleri, ts Fig. 22). 
6. Zwischenhirn. 
Das Zwischenhirn oder Sehhügelgebiet (thalami optici) steht bei 
allen niederen Wirbelthieren an Größe hinter dem Mittelhirn zurück 
(/'Fig. 18), erst bei den Säugethieren übertrifft es das letztere (th Fig. 28, 
29 und 32); doch erstreckt sich bei den Fischen eine paarige Verlängerung 
des Zwischenhirns nach unten zur Hirnbasis und tritt hier in Gestalt zweier 
halbkugeliger Erhabenheiten hervor, die unter den lobi optici und etwas 
nach vorn von denselben liegen. Es sind dies die unteren Lappen 
(lobi inferiores) des Fischgehirns [li Fig. 22). Sie enthalten einen Hohlraum, 
welcher mit dem dritten Ventrikel, jener spaltförmigen Oeffnung, die in 
Folge des vorderen Deckenrisses das Zwischenhirn in die beiden thalami 
trennt, in Verbindung steht. Wo die lobi inferiores Zusammenstößen, 
hängt an ihnen ein unpaares Gebilde, der Hirnanhang (hypophysis 
cerebri, ebend. h), welches nur in seiner obern Hälfte eine Ausstülpung 
des Zwischenhirns, in seiner untern dagegen ein Rest embryonalen Ge¬ 
webes ist, das ursprünglich dem oberen Ende des Schlundes angehörte 
und bei der Entwicklung der Schädelbasis mit dem Zwischenhirn ver¬ 
bunden blieb. Die Hypophysis bleibt auch bei den höheren Wirbel¬ 
thieren bestehen, bei welchen in Folge der mächtigeren Entwicklung der 
Hirnschenkel die lobi inferiores ganz verschwunden sind (h Fig. 33). Hier 
kommt die gangliöse Substanz des Zwischenhirns an der Hirnbasis nur 
noch zwischen den aus einander weichenden Hirnschenkeln in Gestalt 
einer grau gefärbten Erhabenheit, des grauen Höckers (tuber cinereum), 
zum Vorschein, der nach vorn gegen die Hypophysis hin mit einer trichter¬ 
förmigen Verlängerung, dem Hirntrichter (infundibulum), zusammen¬ 
hängt (Fig. 19 und 28). Der Trichter enthält eine enge Höhle, die nach 
oben mit dem dritten Ventrikel communicirt. Der Eintritt kleiner Blut¬ 
gefäße verleiht der grauen Substanz zwischen den Hirnschenkeln ein
        

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