Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Zeitdauer einfachster psychischer Vorgänge
Person:
Kries, Johannes A. von Felix Auerbach
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit5095/48/
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J. v. Kries und F. Auerbach: 
ein Loch an, um mit beiden Augen Mneinsehen zu können (Zx und L2 
Fig. 6.) In der Mitte des Raumes wurde als Fixationszeichen ein Stück¬ 
chen Phosphor Ph. befestigt. Die beiden Elektrodenpaare wurden in 
annähernd gleicher Entfernung gerade vor und gerade hinter dem Phos¬ 
phor angebracht {F,} und Fh). Phosphor, vordere und hintere Funken¬ 
stelle lagen also alle drei in der Medianebene des Reagirenden, die bei¬ 
den Funkenstellen genau gleich hoch, der Phosphor zuweilen etwas 
niedriger. Fixirt man unter diesen Umständen den Phosphor und lässt 
einen Funken überspringen, so sieht man, mag es der hintere oder der 
vordere sein, ihn in Doppelbildern, in gleicher Entfernung links und 
rechts vom Fixationspunkt. Damit .die scheinbare Distanz der Doppel¬ 
bilder einander gleich sei, muss, wie leicht ersichtlich, der Phosphor 
nicht genau in der Mitte zwischen v und A, sondern dem vorderen Fun¬ 
ken etwas näher als dem hinteren stehen. Eine stereoskopische Ver¬ 
einigung findet hier, wenn man die Entfernungen p h und p v nicht sehr 
klein nimmt, gar nicht statt; man sieht deutlich zwei Funken, wenn 
nur einer überspringt; darüber aber, ob sie vor oder hinter dem Phos¬ 
phor erscheinen, ist man nie im Zweifel. In dieser Form schien uns 
der Versuch geeignet zu bestimmen, wie schnell binoculare Tiefenwahr¬ 
nehmung im einfachsten Falle zu Stande kommen kann. In der That 
ist erstens die zu lösende Frage die möglichst einfache, zweitens jedes 
aus der besonderen Natur der Objecte etwa zu entlehnende Hilfsmittel 
ausgeschlossen. Eine etwaige Verschiedenheit des vorderen und hinteren 
Funkens konnte schon deswegen nichts nützen, weil sich dieselbe leicht 
sehr gering machen liess und dann die Intensität des einzelnen Funkens 
zu sehr variirt, als dass aus ihr auf den Ort geschlossen werden konnte. 
Sonst wäre hinsichtlich der Versuchseinrichtung Nichts zu erwähnen. 
Der Beobachter hatte in derselben Weise, wie früher, durch Umlegung 
des Commutators den Funken vorn oder hinten springen zu lassen. 
Die erhaltenen Resultate sind in den folgenden Tabellen zusammen¬ 
gestellt; es bedeutet V den vordem, H den hintern Funken, E die ein¬ 
fachen Versuche, U die mit Unterscheidung.
        

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