Bauhaus-Universität Weimar

Ueber die muskuläre Reaction und die Aufmerksamkeit. 
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Die Tabelle enthält noch andere Versuche, als die oben mit 
,jen Bemerkungen des Reagenten mitgetheilten. Die in eckige 
Klammern geschlossenen Zahlen sind der Vergleichung halber in 
eine mittlere Controlzeit von 120 o umgerechnet. Sonst dürfte die 
Tabelle einer weiteren Erklärung nicht bedürfen. Eine geringe 
Verschiedenheit des Resultates bei den verschiedenen Reagenten 
zeigt sich im letzten Abschnitt der Tabelle. Die sensorielle Re- 
actionszeit bei drei regelmäßigen Signalen im günstigen Intervalle 
von etwa 1 Sec. ist für den einen Reagenten (v. Pr.) etwas kürzer 
als dieselbe Zeit bei einem regelmäßigen Signal in demselben In¬ 
tervalle, für den anderen (G. M.) sind die Zeiten gleich zu nennen. 
Der Unterschied ist aber zu gering, um zu einer besonderen Er¬ 
klärung herauszufordem. 
Der dritte Abschnitt der Tabelle enthält die normalen einfachen 
Reactionszeiten für drei Versuchspersonen. Hervorgehoben muss die 
theilweise sehr niedrige mittlere Variation werden. Erst mit der 
genauen Umgrenzung aller mitsprechenden psychischen Factoren 
kann die Reactionsmethode exact werden. Ich gestehe, dass ich 
mit einer größeren Achtung vor derselben aus den Versuchen her¬ 
vorgegangen bin, als ich sie beim Beginn besessen hatte. — Die 
geringe Differenz zwischen der muskulären und sensoriellen Re- 
actionszeit endlich scheint den früheren Versuchen, die in Leipzig 
ausgeführt sind, geradezu zu widersprechen. Das ist nicht der Fall. 
Der Grund liegt allein in der schon berührten Verschiedenheit der 
Versuchsvorschriften. Bei sensoriell gerichteter Aufmerksamkeit 
wurde nicht erst reagirt, wenn die volle Apperception des Sinnes- 
ewdrucks eingetreten war; die Vorschrift lautete kurz, möglichst 
schnell zu reagiren. Auch wenn man in Folge der einmal festge¬ 
legten Bedeutung des Wortes die von uns gewonnenen Zahlen 
nicht als eigentliche sensorielle Reactionszeiten anerkennen will, 
wird man doch nicht leugnen, dass es von Interesse ist, einen wenn 
aueh weit geringeren Zeitunterschied auch unter den vorliegenden 
Verhältnissen bestätigt zu finden. Im Grunde hat die volle Apper¬ 
ception des Eindrucks mit der sensoriell gerichteten Aufmerksam¬ 
keit nicht mehr zu thun als mit der muskulär gerichteten. Es 
ließen sich sehr wohl Versuche ausführen, bei welchen trotz ur¬ 
sprünglicher Richtung der Aufmerksamkeit auf die Bewegung die
        

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