Bauhaus-Universität Weimar

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Götz Martius. 
sensoriellen Reaction (S) wurde also die Aufmerksamkeit auf den 
Zuruf gerichtet, bei der muskulären (M) dagegen lediglich auf die 
Bewegungsintention der fünf Finger. Der Reiz bestand in den zu¬ 
gerufenen Zahlwörtern von 1 bis 5. Reagirt wurde mit den fünf 
Fingern der rechten (r. H.) oder linken Hand (1. H.); der Zahl l 
entsprach in jedem Falle der Daumen. Eine Einübung war in 
keiner Weise vorhergegangen. Jede Zahl ist aus etwa 15 Einzel¬ 
versuchen gewonnen. 
Das Ergebniss der Tabelle, wie es aus den Zahlen hervortritt, 
ist dies, dass die Zeiten bei der muskulären Reactionsweise mit 
einer einzigen Ausnahme größer waren, als bei der sensoriellen 
Reaction. Die Richtung der Aufmerksamkeit auf die Bewegung 
muss also hiernach als eine Erschwerung des Vorganges angesehen 
werden. In der That macht sich dieselbe auch subjectiv lebhaft 
fühlbar. Die Aufmerksamkeit, auf die Bewegung und die Finger 
gerichtet, ist gezwungen zu dem Rufe und zur Coordination von 
Finger und Zahlen zurückzukehren, damit die Reaction zu Stande 
kommen kann. 
Tabelle II. 
N 
» 
S 
mV 
Mi 
m V 
m2 
mV 
C 
mV 
Controlz. 
mV 
Reag. 
]> 
2. Apr. 
551,1 
106,4 
529,3 
117,8 
538,0 
148,6 
528,3 
151,2 
123,8 
1,24 
M. M. 
Ib 
3. Apr. 
616,2 
124,6 
571,2 
123,2 
644,8 
93,4 
492,2 
90,1 
124,2 
0,28 
G.M. 
II 
10. Apr. 
643,9 
97,9 
774,9 
136,2 
758,9 
71,7 
745,3 
129,6 
127,2 
1,36 
M.M. 
III 
11. Apr. 
803,5 
163,7 
998,8 
191,7 
970,0 
209,5 
121,6 
1,52 
M.M. 
Die in Tab. II zusammengestellten Versuche sind ebenfalls nach 
der Anordnung bei Mg. gemacht. Es wurden aber der Aufmerk¬ 
samkeit weitere Vorschriften gestellt. Dieselbe wurde nicht nur 
auf die Bewegung, und zwar sowohl mit Hinsehen auf die Finger 
(M\) als auch ohne Hinsehen (Jüf2), und auf den Reiz (S) gerichtet, 
sondern auch auf die Coordination von Finger und Kategorien (C). 
also auf die Reihe von Vorstellungen, die der Reagirende gegen¬ 
wärtig haben muss, wenn er nach den Versuchs Vorschriften ver¬ 
fahren will. Soweit ich sehen kann, ist dieser Fall aber keines¬ 
wegs identisch mit der Art, welche Mg. (s. o. S. 174) befolgt hat. Denn 
dieser spricht von inniger Verschmelzung der Innervationsempfindung
        

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