Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Neue Messungen der Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Reizes in den menschlichen Nerven
Person:
Schelske, Rudolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4849/3/
Neue Messung, d. Fortpflanzungsgeschwindigkeit d. Reizes u. s. w. 153 
ankommt, als eine vom Ohr oder Gesichte. Wenn man nun 
von der gemessenen Summe der einzelnen Zeiträume das ab¬ 
zieht, was den Nervenleitungen in den empfindenden und be¬ 
wegenden Fasern angehört und die aus andern Versuchen be¬ 
kannte Zeit, während welcher der Muskel sich in Bewegung 
setzt, so bleibt die Zeit übrig, welche im Gehirn vergeht, um 
die von den Empfindungsnerven empfangene Depesche an die 
motorischen abzugeben.“ So weit Helmholtz. 
Die Messungen an Froschnerven waren nach der P oui Ile t’- 
schen Methode, kleinste Zeittheilchen zu bestimmen, ausgeführt 
und später durch die graphische, die zur Construction des 
Myographion führte, vervollständigt. Wenn die Po ui 11 et’sehe 
Methode für Messungen an Menschen auch durchaus an Ge¬ 
nauigkeit genügt, so schien es mir doch im Bereich des Wün¬ 
schenswerten zu liegen, diese Frage auch der zweiten, gra¬ 
phischen, Methode zur Prüfung zu unterstellen ; natürlich nicht, 
weil ich wähnte andere Resultate erzielen zu können, sondern 
im Gegentheil, weil ich auf anderem Wege Untersuchungen 
bestätigen wollte, die mich vom ersten Augenblick ihrer Be¬ 
kanntschaft mit der höchsten Bewunderung erfüllt hatten. — 
Wenn dies bisher von keiner andern Seite geschehen, so mag 
das einfach in dem Mangel eines passenden Apparates seinen 
Grund gehabt haben: mir kam ein günstiger Zufall dabei zu 
Statten. 
Auf der Utrechter Sternwarte hatte ich Gelegenheit Krill e’s 
Registrirapparat für Sterndurchgangsbeobachtungen kennen zu 
lernen, wie er von Peters in den „Astronomischen Nachrichten“ 
und seinem Werk „über die Bestimmung des Längenunter¬ 
schiedes zwischen Altona und Schwerin“ beschrieben wor¬ 
den ist. 
Da die Kenntniss desselben zur Beurtheilung dieser Unter¬ 
suchungen nothwendig ist, ich aber voraussetzen darf, dass 
den Lesern dieses Archivs beide angezogene Schriften nicht 
bequem zur Hand sind, so will ich über das Wesentliche die¬ 
ses sinnreichen Apparates hier referiren. 
Derselbe besteht aus einem Uhrwerk, welches einen Metall- 
cylinder mit gleichmässiger Geschwindigkeit um eine horizon¬ 
tale Achse rotirt. Um denselben ist geschwärztes Kreidepa- 
Reichert’s u. du Bois-Reymond’a Archiv. 1864. ii
        

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