Bauhaus-Universität Weimar

Abhängigkeit der Perceptions- und Reactionsdauer von der Reizstärke. 
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und dann immer langsamer sinkt, um in der Gegend der Reizhühe einen con¬ 
stant bleibenden Minimalwerth zu erreichen. Die nähere Gestalt dieser Cur\e 
lasst sich selbstverständlich nur vermuthungsweise bestimmen. Als im allge¬ 
meinen wahrscheinlich und auch in zureichender Uebereinstimmung mit der 
Beobachtung stehend wird man aber wohl die Annahme betrachten können, 
dass die Perceptionsdauer der Intensität der Wirkung, welche der Eindruck 
auf das Bewusstsein äussert, umgekehrt proportional sei, und dass hinwiederum 
die Wirkung des Eindrucks auf das Bewusstsein durch die Intensität der Em¬ 
pfindung gemessen werde. Nun ist die Abhängigkeit der Empfindung vorn 
äusseren Eindruck durch das psychophysische Gesetz bestimmt. Reproducireri 
wir den positiven Theil der in Fig. 69 dargestellten Curve, welche das Wachs¬ 
thum der Empfindung mit dem Reize darstellt, durch die unter die Abscissen- 
linie gelegte Curve a e (Fig. 151), so werden demnach die Ordinaten der Curve 
p p' von ihrem Maxi mal wert he a p bei der Reizschwelle an proportional den 
Unterschieden 1 , 2 , 3 . . . von a e abnehmen, d. h. die allgemeine Gestalt 
von p p' wird eine Umkehrung der Curve a e sein. Die Veränderungen der 
Reactionszeit endlich werden durch die zwischen p p' und r r gelegenen Or- 
dinatenwerthe gemessen. Diese sind für Eindrücke, welche weder der Reiz¬ 
schwelle noch der Reizhöhe nahekommen, von b bis h, von constant bleibender 
Grösse : es sind dies die Grenzen der vollkommenen Anpassungsfähigkeit der 
Aufmerksamkeit an die Reizstärke. Zu beiden Seiten derselben steigt die 
Reactionszeit, denn diesseits b findet eine Ueber-, jenseits h eine Unter¬ 
adaptation der Aufmerksamkeit statt. 
Mathematisch lassen sich diese Verhältnisse folgendermassen darstellen. Be¬ 
zeichnen wir durch t die Perceptionsdauer und durch E die Stärke der Empfin- 
\ 
dune, so nehmen wir d t = c . — an, wo c eine aus den Versuchen zu 
° 7 arj 
bestimmende Constante bedeutet. Dann ist nach S. 307 
c_ _R_ 
K ' dli 
d t 
c 
K log. nat. R — log. nat. a' 
Die Reactionsdauer S> lässt sich dagegen durch eine Function von folgender 
Form darstellen : 
worin 
    

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