Bauhaus-Universität Weimar

Weber’s Empfindungskreise. 
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Zungenspitze.................. . . 1 
Volarseite des letzten Fingerglieds.......... 2 
Rother Rand der Lippen.............. 5 
Volarseite des 2ten, Dorsalseite des 3ten Fingerglieds . . 7 
Nicht rother Theil der Lippen, Metacarpus des Daumens . 9 
Wange, Plantarseite des letzten Glieds der grossen Zehe . 11 
Riickenseite des 1 sten Fingerglieds, Plantarseite des Mittel— 
fussknochens der grossen Zehe..........16 
Haut am hinteren Theil des Jochbeins, Stirn......23 
Handrücken...................31 
Kniescheibe und Umgegend.............3 6" 
Kreuzbein, oberer und unterer Theil des Unterschenkels . 40 
Fussrücken, Nacken, Lenden- und untere Brustgegend . . S4 
Mitte des Rückens, Mitte des Oberarms und Oberschenkels 68 
E. H. Weber hat jeden Hautbezirk, innerhalb dessen eine räumliche 
Scheidung verschiedener Eindrücke nicht mehr möglich ist, einen Em¬ 
pfindungskreis genannt. Die ganze Oberfläche der Haut kann man 
sich nun aus einer Menge solcher Empfindungskreise bestehend denken, 
deren Grösse entsprechend der extensiven Reizschwelle an den verschie¬ 
denen Stellen der menschlichen Haut etwa zwischen einem und 68 Milli¬ 
metern variirt. Doch darf man sich die Anordnung derselben nicht etwa 
so denken, dass sie einander einfach juxtaponirt seien. Denn in diesem 
Fall wären zwei Eindrücke, die an der Grenze zweier Kreise einwirkten, 
noch in grosser Nähe zu unterscheiden; zwei Eindrücke aber, die an die 
entferntesten Enden eines und desselben Kreises fielen, würden trotz der 
viel grösseren Entfernung verschmelzen. Solche sprungweise Aenderungen 
in der Fähigkeit der räumlichen Unterscheidung werden jedoch nicht beob¬ 
achtet, sondern diese bleibt innerhalb eines gegebenen Hautbezirks im all¬ 
gemeinen constant. Man muss daher annehmen, die einzelnen Empfin¬ 
dungskreise griffen dergestalt über einander, dass unendlich nahe der Grenz¬ 
linie eines ersten Kreises bereits die eines 
zweiten liege, u. s. w. (Fig. 100). Nun 
werden zwei Eindrücke allgemein so lange 
einfach empfunden werden, als die Distanz 
o b, die sie trennt, innerhalb eines Em¬ 
pfindungskreises gelegen ist. Sie werden 
dagegen von einander unterschieden werden, 
sobald sie um einen Zwischenraum a c von 
einander entfernt sind, der nicht mehr inner¬ 
halb eines einzigen Kreises Platz hat. Nicht an allen Stellen der Haut 
kann man den Empfindungskreisen eine wirklich kreisförmige Gestalt zu¬ 
schreiben. Meistens sogar ist die Unterscheidungsfähigkeit in longitudinaler
        

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