Bauhaus-Universität Weimar

Ueber binaurale Schwebungen. 
563 
hörbar war, während schon in ganz geringer Entfernung von der¬ 
selben, ja selbst beim Aufsetzen des G-abelfußes auf den Kopf nur 
immer ein ganz reiner glatter Ton gehört wurde, der, so lange jedesmal 
die Versuche währten, ununterbrochen mit constanter Intensität erklang. 
Auch konnten auf diese Weise Gabeln jeder Tonhöhe bis zu ca. 1500 
Schwingungen p. s. direct erregt werden. Obertöne, welche die Resultate 
hätten störend beeinflussen können, wurden von den Reagenten bei 
den Versuchen nicht bemerkt, obwohl ja solche, wie schon aus der 
Schwingungskurve elektrisch erregter Gabeln zu ersehen ist, sicher in 
den Stimmgabelklängen vorhanden waren. Sie auch objectiv völlig 
auszuschließen, war schon aus diesem Grunde weniger erforderlich 
und wäre freilich auch schwerlich gelungen. Für die Bestimmung der 
Tonhöhe der zu den Versuchen verwendeten Gabeln genügten die 
bekannten Appunn’schen Tonmesser. Die Gabeln waren sammt ihrer 
Montirung an einer Handhabe befestigt, welche am Ende von dem 
Stimmelgabelfuße durchbohrt wurde. So konnte, wenn nöthig, auch 
bequem die schwingende Gabel mit ihrem Fuße auf beliebige Stellen 
des Kopfes aufgesetzt werden. 
2. Der schallleitende Theil. 
Dieser hat den beiden möglichen Arten der Reizzuführung, der 
aëro- und der kranio-tympanalen Zuleitung entsprechend ein sehr ver¬ 
schiedenes Aussehen1). 
a) Anordnung für aëro-tympanale Reizzuleitung. 
Die Zuleitung der Töne zu den Ohren, die natürlich so erfolgen 
musste, dass jedes Ohr, soweit dies äußerlich erreichbar ist, ausschlie߬ 
lich seinen Reiz auf demjenigen Wege empfing, welcher der Zuleitung 
dienen sollte, erforderte eine ziemlich subtile Versuchsanordnuhg. Jede 
1) Die Zuleitung von Tönen durch die Eustachischen Röhren mit Hülfe ein¬ 
geführter Katheter gelang bei mir nicht, wohl infolge sofort eintretender Ver¬ 
schleimung, wiewohl ich sonst die Tuben willkürlich zu öffnen und offen zu halten 
vermag, so dass ich die eigene Stimme dröhnend vernehme. Zu den sehr wenig 
angenehmen Katheterversuchen, bei welchen mich Herr Ohrenarzt Dr. med. 
Pfeiffer in dankenswertester Weise unterstützte, noch andere Reagenten zu 
suchen schien mir hiernach in doppelter Beziehung nicht sehr aussichtsvoll. 
36*
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.