Volltext: Ueber binaurale Schwebungen (19)

596 
Paul Rostosky. 
verbreiten, um sich dann in den Gehörorganen wieder mehr oder 
weniger zu concentriren. — Mit diesen Andeutungen will ich hier die 
Erörterung, die eigentlich überhaupt einer späteren Arbeit Vorbehalten 
bleiben sollte, abbrechen, da durch eme eingehendere Begründung der¬ 
selben unser Nachtrag zu einer besonderen Abhandlung anwachsen 
würde. 
Zudem möchten wir hier noch kurz* auf eine zweite Untersuchung 
eingehen, deren Resultate sich mehrfach mit den unsrigen berühren, 
nämlich auf die »Researches on Acoustic Space« von M. Matsumoto1). 
Uns muss aus derselben natürlich vorwiegend das über die Richtungs- 
localisation in der Dimension »Rechts-Links« Mitgetheilte interessiren. 
Mit der schon von v. Kries, Prey er, Münsterberg und Anderen 
geübten Methode der Untersuchung kann ich mich freilich keineswegs 
einverstanden erklären; denn da es sich hier um die Feststellung, 
ja sogar um eine quantitative Bestimmung der Abhängigkeit der 
Localisation von gewissen Factoren handelt, so wäre es doch das 
Haupterforderniss, dass die Versuchsanordnung die fraglichen Factoren 
völlig unabhängig von einander zu variiren gestattet. Dieses ist aber 
nicht erfüllt; die Telephone werden schwerlich völlig gleiche Klang¬ 
farbe besessen und durchaus identische und synchrone Schwingungen 
ausgeführt haben; namentlich aber muss ihre Ortsveränderung, durch 
welche ein successiver "Wechsel im Intensitätsverhältniss der beider¬ 
seitigen Erregungen eingeführt werden sollte, stets auch von einer 
Aenderung der Phasendifferenz der letzteren begleitet gewesen sein. 
Da nun, wie wir aus unserem dritten Versuche wissen, die Aenderung 
der Phasendifferenz auch schon allein im Stande ist, eine (bereits bei 
ca. 1 cm Differenz der Schallwege merkliche) Localisationsverschiebung 
in gleichem Sinne zu veranlassen, so kann mithin die in Herrn 
Matsumoto’s Versuchen beobachtete Localisationsänderung auch 
nicht lediglich auf Rechnung der Variation gesetzt werden, welche 
das Intensitätsverhältniss der von beiden Telephonen zugeführten 
Schwingungen durch die Verschiebungen der Apparate erleidet. Der 
Antheil, welchen dort die Aenderung des Intensitätsverhältnisses und 
diejenige der Phasendifferenz an dem Localisationswechsel haben, 
wäre erst durch besondere Versuche festzustellen. 
1) Studies from the Yale Psychological Laboratory. Yol. Y. 1897.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.