Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Objectivirung und Subjectivirung von Sinneseindrücken
Person:
Külpe, Oswald
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4577/18/
Ueljer die Objectivirung und Subjectivirung von Sinneseindrücken. 525 
Die Aussagen von Schleimer reichen dagegen nicht aus, um eine 
bestimmte Erklärung für sein Verhalten entnehmen zu können. Eine 
allgemeine Bedeutung ist daher dem von uns benutzten Zeitunter¬ 
schied für die Or und F nicht heizumessen. 
2. Die individuellen Unterschiede und die Motive der 
Subjectivirung und Objectivirung. 
Die 7 ersten Versuchspersonen aus Tabelle I vermag ich auf 
Grund ihrer Aussagen und einer eingehenden Befragung etwas genauer 
zu charakterisiren. Diese Charakteristik wird dazu beitragen, die in 
den Zahlen hervorgetretenen individuellen Abweichungen verständlich 
zu machen, soweit nicht bereits im Vorhergehenden auf dieselben 
Bezug genommen ist. 
1) Von besonderem Interesse war zunächst die Disposition zu 
subjectiven optischen Phänomenen. Zu deren Feststellung 
genügte natürlich die eigene Mittheilung der Vp aus ihrer Erfahrung 
nicht. Doch lieferte auch diese einiges Material. So erklärte z. B. 
Heyfelder »fast gar keine subjectiven Erscheinungen« auf optischem 
Gebiet an sich beobachtet zu haben, auch keine »Erinnerungsbilder«. 
Damit hängt es wohl zusammen, dass bei dieser Vp eine so geringe 
relative Anzahl von F gefunden worden ist. Anderseits haben 
Warren und Wit mer mitgetheilt, dass sie häufige und starke sub¬ 
jective Erscheinungen wahrgenommen haben. Beide erinnern sich 
jedoch nicht, Hallucinationen oder Illusionen jemals gehabt zu haben, 
und Witmer bemerkt, dass seine Erinnerungsbilder nur »sehr un¬ 
deutlich« sind. Belativ wenig zu subjectiven Phänomenen disponirt 
sind Grosch und Pace, während Schleimer sogar an Sinnes¬ 
täuschungen häufig gelitten hat. 
Um diesen Unterschieden, die den individuellen Differenzen der 
Tabelle I entsprechen, etwas genauer nachgehen zu können, habe 
ich die Vp aufgefordert, im Dunkelzimmer einer Suggestion meiner¬ 
seits Folge leistend zu versuchen eine bestimmte Farbe willkürlich 
zu erzeugen. Grosch konnte kein subjectives Phänomen ändern oder 
hervorrufen. Heyfelder meint, dass sich der ganze Baum etwas 
zu erhellen scheine, wenn er willkürlich ein optisches Phänomen zu 
erzeugen versuche. Warren und Witmer gelang es, meine Sug¬ 
gestion einer bestimmten Farbe meist nach kürzerer oder längerer
        

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