Volltext: Die Dimensionen des Raumes (19)

Die Dimensionen des Raumes. 
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endliches Gewicht hätte (z. B. wenn die Dichtigkeit im Centrum ein 
Maximum hat und von da mit der vierten Potenz der Entfernung 
oder in irgend einer Weise dergestalt abnimmt, dass die Maßzahlen 
der Massen der einander umschließenden Kugelschalen eine conver¬ 
gente Reihe bilden). 
Füllt die Materie den Raum nur theilweise aus, so haben wir es 
mit irgend einer Form von Atomen, discreten Theilchen, zu thun, 
die, wenn sie auch aus irgend welchen Gründen für unzerlegbar 
ausgegehen werden, doch Ausdehnung besitzen müssen; denn sonst 
nehmen sie ja überhaupt keinen Raum ein. Werden nun bei der 
Verringerung aller Raumgrößen auch die in ihrer Zahl natürlich 
nicht verminderten Atome kleiner, d. h. ihr Gesammtvolum ge¬ 
ringer, so bleibt offenbar die Quantität der Materie nicht erhalten, 
sondern sie wird auch reducirt. Behalten aber die Atome selbst- 
ihre Größe hei und werden nur ihre Abstände, die Zwischenräume 
zwischen ihnen, vermindert, dann sind damit natürlich die relativen 
Raumverhältnisse geändert. Also mit der Annahme von Atomen ist 
die Relativität aller Raumgrößen eben so wenig zu vereinen wie mit 
der Continuitäts-Hypothese. 
Nimmt man endlich zu rein dynamischen Theorien seine Zuflucht, 
so werden die Atome zu selbst nicht ausgedehnten Kräfte-Centren, 
also zu Punkten. Aus Punkten aber setzt sich überhaupt keine Quantität 
zusammen, nicht einmal eine rein räumliche. Daher darf man in diesem 
Falle der Materie entweder gar keine Quantität zuschreiben, womit 
natürlich auch die Forderung der Constanz derselben in Fortfall kommt, 
oder aber man muss zugestehen, dass es nicht die punktuellen Kräfte- 
centren selbst sind, die das constituiren, was man die Quantität der 
Materie nennt, sondern dass es die Wirkung derselben in dem um¬ 
gebenden Raum ist. Für diese räumlichen Wirkungsbereiche gilt aber 
dann genau dasselbe, was weiter oben für die Atome demonstrirt wurde. 
Werden sie bei der allgemeinen Raumreduction auch verringert, so wird 
eben dadurch die Quantität der Materie vermindert. Bleiben sie aber 
constant, dann sind die räumlichen Verhältnisse nicht durchweg er¬ 
halten geblieben. 
Es lässt sich somit in keinem Falle die Lehre von der Erhaltung 
der Quantität der Materie mit der Thatsache der Relativität aller 
Raumgrößen widerspruchslos vereinen. Da man aber in der Natur-
	        
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