Volltext: Die sprachwissenschaftliche Definition der Begriffe “Satz“ und “Syntax“ (19)

Die Sprachwissenschaft!. Definition d. Begriffe »Satz« u. »Syntax«. Hl 
welche er beim Hören selbst hervorgebrachter Lautung mindestens 
perceptiv hat, und auch das reproducirte Schmerzgefühl ist nicht 
peripher (auf einen actuellen Schlag hin), sondern nur central 
reproducirt. Es ist darum auch nicht sowohl die Richtung auf eine 
äußere, triebmäßige, das Schmerzgefühl beseitigende oder doch er¬ 
mäßigende Willenshandlung, sondern vielmehr auf eine Betheiligung 
des Ichs des Hörenden durch eine innere Willenshandlung gegeben. 
Diese, die Endapperception, in welcher ich die syntaktische Bedeutung 
der Lautung au! glaube erblicken zu dürfen, entwickelt sich derart, 
dass zuerst die Gefühlscomponente des ursprünglichen Motives, also 
das reproducirte Schmerzgefühl, sodann die inzwischen infolge der 
eigenthümlichen Beschaffenheit der Lautungswahrnehmung hinzuge¬ 
tretene »Vorstellung vom Sprechenden« appercipirt wird, und endlich 
die beiden so klar und deutlich gewordenen Glieder des Thatbestandes 
in der Endapperception aufeinander bezogen werden, wozu ich aber 
sofort bemerken muss, dass auch schon der zweite Apperceptionsact 
der, die erwähnte Beziehung einschließende Endapperceptionsakt sein 
kann ... Von diesem relativ einfachsten Falle aus lassen sich die 
Fälle mit mehrfacher Kategoriencoincidenz leicht überblicken, sobald 
wir dabei noch Folgendes berücksichtigen: Die Vorstellung von dem 
Sprechenden bildet, mag auch die sonstige Bewusstseinslage des 
Hörenden noch so abweichend sein, stets einen Theil seines Bewusst¬ 
seins in dem Momente, wo er . das Verständniss der fremden Rede 
vollzieht; nur ist es durchaus nicht nöthig, dass diese Vorstellung 
immer auch klar und deutlich (apperceptiv) sei oder gar einen inte- 
grirenden apperceptiven Theil des Thatbestandes bilde, welcher als 
Bedeutung der Rede auf gefasst wird (wie es im Falle au! zutraf); es 
genügt, dass sie perceptiv vorhanden sei, um die eigenthümliche Be¬ 
wusstseinslage zu schaffen, dass der Hörende hei der Auffassung 
(dem Verstehen) etwa des Thatbestandes »Lustgefühl in Beziehung 
auf eine bunte Kugel« als Bedeutung der von einem Kinde (Sprechenden) 
hervorgebrachten Lautung ei! zugleich den Eindruck gewinnt, dies 
sei der vom Sprechenden gemeinte Thatbestand. Von dieser bei jedem 
Verständnissakt gleichbleibenden associativen Grundlage hebt sich 
dann der eben erwähnte oder ein beliebiger anderer Thatbestand 
derart ah, dass je nach der Beschaffenheit der Rede (also nach 
deren Motivcharakter) die Vorstellung des Sprechenden, wie gesagt,
	        
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