Bauhaus-Universität Weimar

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Paul Linke. 
Hinweis auf die veränderlichen Relationen in zureichender Weise 
fixirt, abgegrenzt? In der That droht die ganze Scheidung hin¬ 
fällig zu werden, wenn das Wort Idee in dem weitesten Sinne, dessen 
es fähig ist, gebraucht wird. Den Satz z. R, dass das Wasser un¬ 
verbrennlich ist, würde Hume zweifellos als eine empirische, auf 
einer unveränderlichen, d. h. von den gegebenen Ideen nicht abhän¬ 
gigen Relation beruhende Aussage auffassen, und doch wird — falls 
wir nur eine deutliche und begrifflich klar durchgearbeitete »Idee« 
von Wasser einerseits und von Verbrennung anderseits in Betracht 
ziehen — auch hier mit den Ideen die Relation nothwendig bestimmt. 
Man sieht: hei dieser Auffassung verschwindet jede Möglichkeit 
eines Unterschiedes. Aber eben dadurch charakterisirt sie sich als 
verkehrt. Es wird darum nöthig sein, die Ideen im engsten Sinne 
als »Vorstellungen« zu fassen. Dann aber ist der Sinn der Unter¬ 
scheidung völlig deutlich. Ich kann die Vorstellung des Wassers — 
d. h. desjenigen, was nöthig ist, um in der bloßen Vorstellung für 
mich das Wasser zu bestimmen — recht wohl mit der Vorstellung 
des Brennens vereinigen, ohne dabei einen Widerspruch zu erleben. 
Dies geschieht vielmehr erst, sobald ich begriffliche Bestimmungen 
zu den beiden Vorstellungen hinzunehme. Solche Bestimmungen 
sind aber nicht aus den Vorstellungen selbst zu erlangen, sondern 
erfordern Einzelerfahrungen, Beobachtungen der Wirklichkeit, Induc- 
tionen. Anders ist es hei den veränderlichen oder Vorstellungsrela¬ 
tionen. Hier sind die bloßen Vorstellungen bereits genügend, um 
daraus ohne die Zuhülfenahme irgend welcher Thathestände die Re¬ 
lationen abzuleiten; das heißt eben: die Relationen sind lediglich von 
den Vorstellungen abhängig oder: wenn die Vorstellungen gegeben 
sind, sind a priori auch die Relationen gewiss. Dass diese Relations¬ 
gruppe durch die Quantitäts- resp. mathematischen Beziehungen so¬ 
wie die — obzwar weit weniger wichtigen — Gradverhältnisse von 
Qualitäten repräsentirt wird, ist ohne weiteres klar. Merkwürdig 
ist nur deren Zusammenstellung mit der Aehnlichkeit und dem Wider¬ 
streit. Denn selbstverständlich haben diese — und von der Aehnlich¬ 
keit hebt es Hume ausdrücklich hervor1) — auch für die Thatsachen- 
relationen ihre Bedeutung. Dann kann diese Zusammenstellung aber 
1) Treat. Yol. I. P. I. sect. 5. »1«.
        

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